Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000145819/94/
Unter stützung. Die Türkei, welche Ende 1999 offiziell den Status eines Beitrittskandidaten erwarb,220hat ebenfalls eine Beitrittspartnerschaft abgeschlossen. Allerdings ist die Erfüllung der politischen Kriterien von Kopen hagen (insbesondere der Schutz von Menschen- und Minder hei - tenrechten) Voraussetzung für die Aufnahme von Verhandlungen. Der Prozess der Osterweiterung, welcher Ende März 1998 formell eröffnet wurde, erfolgt in mehreren Etappen. Es handelt sich um die bis- her grösste Gruppe von Kandidaten, welche sich nicht nur wirtschaft- lich, sondern auch politisch durch ein hohes Mass an Heterogenität, bedingt durch Geschichte, Geographie und nationale Präferenzen, aus- zeichnet. Die Gemeinschaftsorthodoxie (Kap. 4.1.1) könnte in Frage ge- stellt werden, denn die Forderung einer Übernahme des 
gesamten Acquiserweist sich angesichts der parallelen Transformation der ex- kommunistischen Staaten zu Demokratie und Marktwirtschaft als höchst schwierig. Die Osterweiterung kann kaum mehr mit der Inte gra - tions logik der früheren Süderweiterung verarbeitet werden. Die zur strukturpolitischen Flankierung erforderlichen Ressourcen sind nicht verfügbar und wären auch nicht hinreichend. (...) Politisch schmerzlich wird auch die Einsicht sein, dass Struktur för - derung stets nur die wirklich Schwächsten erhalten können, will das System nicht an der Frustration seiner Nettozahler zugrunde gehen. (...) Die politische Leistung der Europäischen Union nach Osten erschöpft sich nicht in der internen Verarbeitung der Beitrittsfolgen; gefragt sind nicht allein Aufnahme und Stabilität, sondern auch Sicherheit.221 Die Befriedigung der osteuropäischen Sicherheitsbedürfnisse kann durch ungelöste innerstaatliche und regionale Konflikte und die noch weitgehend unklare integrationspolitische Orientierung der Kandidaten, welche sich erfahrungsgemäss erst nach dem Meistern der Beitrittshürde offenbart, erschwert werden. Eine weitere Herausforderung der EU be- steht darin, den rechtlichen Besitzstand der Gemeinschaft zu wahren und trotzdem die politisch erforderliche grosszügige Anpassungs fähig - 94Flexible 
Integration 220Europäischer Rat 1999b. 221Janning 1994, 529–530.
        

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