Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000145819/93/
die damit verbundenen Budgetprobleme.216Nachdem die «Agenda 2000»217und die Regierungskonferenz von Nizza die (wenn auch mini- male) Erweiterungsfähigkeit der Europäischen Union hergestellt haben, müssen die Bewerberländer noch ihre Beitrittsfähigkeit erarbeiten. Neben Zypern und Malta (sowie der Türkei) stehen zehn mittel- und osteuropäische Kandidaten auf der EU-Warteliste. Das in Nizza geöff- nete Zeitfenster lässt die ersten Beitritte frühestens 2003/2004 erwar- ten.218 Der Europäische Rat von Luxemburg beschloss Ende 1997 die be- reits drei Jahre früher lancierte Heranführungsstrategie für die zehn bei- trittswilligen Länder Mittelosteuropas auszubauen.219Diese intensivier- te Strategie stützt sich auf die Europa-Abkommen, die Beitritts part ner - schaften mit den entsprechenden nationalen Umsetzungsprogrammen, die finanzielle Vorbeitrittshilfe sowie die Öffnung der Gemeinschafts - programme und -agenturen. Die Europa-Abkommen bilden die grund- legenden Rechtsinstrumente für die bilateralen Beziehungen und zielen darauf ab, eine Freihandelszone zwischen der EU und den assoziierten Ländern herzustellen. Die Beitrittspartnerschaften legen die Prioritäten für die Beitrittskandidaten bei ihrer Vorbereitung auf die EU-Mit glied - schaft fest und vereinen die verschiedenen Formen der EU-Hilfe in einem einzigen Rahmen. In Ergänzung dazu entwickelten die beitritts- willigen Länder jeweils ein «Nationales Programm für die Übernahme des 
Acquis», in dem ausführlich erläutert wird, wie sie gedenken, die Prioritäten der Beitrittspartnerschaft zu verwirklichen. Auch Malta und Zypern, die weniger Schwierigkeiten haben die Aufnahmekriterien zu erfüllen, profitieren von Beitrittspartnerschaften, nationalen Program - men zur Übernahme des gemeinschaftlichen Besitzstandes, der Teil - nahme an Gemeinschaftsprogrammen sowie technischer und finanzieller 93 
Flexibilität der EU gegenüber Drittstaaten 216Vgl. beispielsweise Prange 1997, Kap. 5. 217Die vom Europäischen Rat in Berlin verabschiedete «Agenda 2000» enthält einige er- weiterungsrelevante Reformen (z.B. Agrar- und Strukturpolitik) und den Finanz rah - men zu ihrer mittelfristigen Finanzierung. Vgl. Europäischer Rat 1999a; Europäische Kommission 1997, 21–36; Becker 2000. 218Der Europäische Rat von Nizza verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Union ab 2003 neue Mitgliedstaaten aufnehmen kann, die sich dann an den 2004 stattfin- denden Wahlen zum Europäischen Parlament beteiligen können. Europäischer Rat 2000b. 219Europäischer Rat 1997. Für eine Darstellung dieser Heranführungsstrategie siehe Lippert 2000, 128–157.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.