Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000145819/70/
Politiken teil. Die Färöer stehen völlig ausserhalb der Gemeinschaft, mit der sie ein Freihandelsabkommen verbindet. Die gefundenen Lösungen stehen im krassen Gegensatz zur Kon - zep tion der Vertragsautoren. Diese gingen von der allgemeinen Anwendbarkeit des Gemeinschaftsrechts auf das vollständige Ge - biet der Mitgliedstaaten aus, und zwar inklusive der überseeischen Territorien sowie der Hoheitsgebiete, deren auswärtige Beziehun - gen sie wahrnehmen. Durch die Einfügung der Absätze 5 und 6 in Art. 299 EGV ist die Gemeinschaft also nicht nur von diesem Prin - zip abgewichen, sie hat zudem für jedes Territorium eine Regelung gefunden, welche die besonderen Charakteristika der jeweiligen Autonomie berücksichtigen. Den Territorien wird damit erlaubt, auch innerhalb eines zusammenwachsenden Europas ihre Identität zu wahren und zudem durch die Inanspruchnahme bestimmter Sonderregelungen ökonomisch überleben zu 
können.163 3.2.2 Ad hoc Lösungen in Maastricht Die zweite Zeitspanne stellt eine Art Übergangsphase dar, die durch das Zulassen von 
ad hocFlexibilität im Vertrag von Maastricht gekenn- zeichnet ist. Während die Wirtschafts- und Währungsunion ein «Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten» sanktionierte, wurde in den bei- den anderen Säulen nationale Ausnahmen gewährt.164Diese Differen zie - rung machte es möglich, dass ein oder mehrere Mitgliedstaat(en) aus so- zio-ökonomischen oder politischen Grün den nicht an Integrationsvor - haben teilnahm(en). Sie betraf nicht mehr nur einzelne Rechtsakte oder spezifische Situationen, sondern ganze Politiken, und sie hatte institu- tionelle Konsequenzen. Gleichzeitig wurde die Stellung der Regionen aufgewertet und das Prinzip der Subsi dia ri tät vertraglich verankert.165 70Flexible 
Integration 163Stapper 1999, 172–173. 164Für eine Übersicht über die in Maastricht vereinbarten Differenzierungen siehe Freiburghaus 2000, Kap. 10–13, und Tuytschaever 1999, 23–32. 165Das Flexibilitätsprinzip wurde auch schon als «verallgemeinertes Subsidiaritäts - prinzip» bezeichnet, indem Politiken nicht nur in Mitgliedstaaten, sondern auch zwi schen Mitgliedstaaten dezentralisiert werden. Vgl. Centre for Economic Policy Research 1995, 65.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.