Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000145819/52/
mass gebend.117 In der vorliegenden Studie bildet die Europäische Union das Zen - trum des gesamten Regimegeflechts (vgl. Kap. 5). Als übergeordnetes Regime beeinflusst sie die Integrationspolitik der Staaten und die Funk - tions weise anderer Regime. 2.4 Leitthese Diese Überlegungen führen zu folgender Arbeitshypothese bezüglich der integrationspolitischen Optionen: Mitbestimmung als Mittel zur Begrenzung von Fremdbestimmung wird gegenüber Selbstbestimmung umso wichtiger, je stärker die (Inter)de pendenz des Staates gegenüber dem Regime ist, d.h. je be- deutender die Mitgliedschaft, je höher das Integrationsniveau des Regimes und je direkter potentielle Spillover-Effekte. Ein Mitspracherecht in der grossen, umfassenden und supranationalen EU hat naturgemäss mehr Gewicht als ein Sitz in der kleinen, auf Frei - han del mit Industriegütern beschränkten, intergouvernementalen EFTA. Mehr Mitglieder und eine weitergehende Integration verstärken tendenziell die Abhängigkeit eines Staates gegenüber dem Regime, und umso wichtiger wird Mitbestimmung als Mittel zur Rückgewinnung von Handlungsfähigkeit. Je wirkungsloser die nationale Politik bzw. je zwingender der «autonome» Nachvollzug, desto leichter sollte der Ver - zicht auf operationalle Souveränität fallen. Der theoretische Bezugsrahmen wird in Teil III auf das Fürstentum Liechtenstein als besonders interessanten Fall angewendet. Erstens sind Liechtensteins integrationspolitische Erfahrungen sowohl für Klein staa - ten als auch für Kleinststaaten von Interesse, denn das Fürstentum nimmt, wie in Kap. 1.2 beschrieben, eine Zwischenposition ein. Zwei tens stellt die gleichzeitige Partizipation in mehreren Integrations regimen (schwei- zerisch-liechtensteinische Zollunion, EFTA, EWR) hinsichtlich der Regimeverflechtungen ein aufschlussreiches Studienobjekt dar. Drittens bieten diese Regime eine relativ starke Variation bezüglich der Selbst- und Mitbestimmung. Viertens ergeben sich in den anderen mass gebenden Regimen (z.B. EU, Schweiz-EU) markante Veränderun gen mit Spillover- 52Analytischer Rahmen
        

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