Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000145819/32/
ökonomischer, vor allem aber sozialer und kultureller Art zu erreichen sei. Eine solche Vernetzung soll zu einer Sicherheitsgemeinschaft führen, in der Gewaltanwendung als Mittel zwischenstaatlicher Politik praktisch ausgeschlossen werden kann. In einer pluralistischen Sicherheitsgemein - schaft bleiben die einzelnen Staaten weiterhin souverän (z.B. Nord - atlantik-Staaten, Schweden-Norwegen, USA-Kanada), während in einer «amalgamierten» Sicherheitsgemeinschaft die Einzelstaaten zu einer neuen grösseren Einheit unter einer Regierung verschmelzen (z.B. USA). Kommunikation soll die trennende Bedeutung von Grenzen abbau- en und einen grenzüberschreitenden Gemeinschaftssinn schaffen. Die Souveränität geht im Laufe der Integration, welche mit Hilfe von Trans - ak tion flüssen (z.B. Handel, Post, Bahnverkehr, Tourismus) messbar ist, in dem Mass an die gemeinsamen Institutionen über, als die Bevölkerung und die Eliten die Vorteile einer Gemeinschaft erlernen. Durch diesen sozialpsychologischen Lernprozess kommt es zu einer Erhöhung der gegenseitigen Assimilation der Völker und damit zur Schaffung einer Gemeinschaft, welche ihrerseits das Bedürfnis nach Institutionalisierung und Schutz verspürt. Im Unterschied zu den anderen Ansätzen hat die Transaktionsanalyse eine affektive Dimension und beschäftigt sich u.a. mit den Gefühlsbindungen zwischen Völkern und mit Identitäten. Wichtige Voraussetzungen für eine Sicherheitsgemeinschaft sind kompa- tible Werte, die Fähigkeit, auf die Bedürfnisse und Aktionen der anderen rasch und gewaltlos zu reagieren und die gegenseitige Voraussehbarkeit des Verhaltens. Die Messungen von Transaktionsströmen haben zu widersprüchli- chen Ergebnissen geführt, denn die Intensität zwischenstaatlicher Trans - ak tionen muss nicht unbedingt Ausdruck von Integration sein. Die 
de factostark in die EU integrierte Schweiz beispielsweise wäre Teil der euro päischen Sicherheitsgemeinschaft, verblieb bisher aber ausserhalb ihrer institutionellen Strukturen. Die Völker können zudem nicht ge- zwungen werden, gegenseitige Loyalität und ein «Wir-Gefühl» zu bil- den (bzw. das nationale Denken aufzugeben), auch wenn Gewinne in Aussicht stehen. Fraglich bleibt auch, wann und wie der Prozess eine neue Integrationsstufe erreicht und vom kulturellen zum wirtschaft - lichen und politischen Sektor «überläuft». Das Konzept der Sicher heits - gemeinschaft findet jedoch seit dem Ende des Kalten Krieges wieder ver- mehrt Verwendung in Europa. Der 
Intergouvernementalismusformulierte sich insbesondere als 32Analytischer Rahmen
        

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