Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000145819/208/
cen politik der Gemeinschaft für unzureichend gehalten wird.520Island würde (schwierig zu erreichende) Sonderregeln für seine Gewässer und/ oder eine Änderung der Gemeinsamen Fischereipolitik bevorzugen und müsste wohl die im EWR-Abkommen erreichte Ausnahme mit Bezug auf ausländische Investitionen in der isländischen Fischindustrie auf - geben. Ein Austritt Norwegens aus der EFTA würde die Kosten für Island und Liechtenstein vervielfachen, schwieriger wäre aber die Aufrechter - hal tung eines glaubwürdigen EFTA-Überwachungsmechanismus. Die ESA und der EFTA-Gerichtshof erfordern nach Ansicht der isländi- schen Regierung mindestens drei Mitglieder.521Die EU würde wahr- scheinlich vorschlagen, dass deren Funktionen von der Europäischen Kommission und dem EuGH übernommen werden.522Der Aussen - minis ter Islands nahm dazu wie folgt Stellung: Obwohl die durch das EWR-Abkommen erworbenen Rechte er- halten werden könnten, selbst wenn nur zwei EFTA-Staaten, Island und Liechtenstein, übrig bleiben, würde die Verwaltung und Auf - recht erhaltung des Abkommens auf grosse Schwierigkeiten treffen. (...) Ein weiterer Transfer von Kompetenzen auf Institutionen, in welchen wir nicht direkt Mitglied sind, wie die Kommission oder der Europäische Gerichtshof, steht meiner Meinung nach ausser Frage. Der Souveränitätsverlust wäre in diesem Fall in Wirklichkeit grösser als bei einer vollen Mitgliedschaft und würde nicht im Ein - klang mit unserer Verfassung stehen. Wir könnten somit vor die Wahl gestellt sein, den Umfang und das Entwicklungspotential des EWR-Abkommens signifikant zu beschränken oder die Vollmit - glied schaft anzustreben.523 208Fallstudie 
Liechtenstein 5201999 umfassten nach Angaben von Islands Statistikamt (www.statice.is) 67,4 Prozent der isländischen Exporte Fischereiprodukte. 68,9 Prozent der Gesamtausfuhren wa- ren für EWR-Staaten bestimmt und 66,3 Prozent der isländischen Importe stammten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum. 521Island 2000, 34. 522Ein solches Angebot wurde während den EWR-Verhandlungen als politisch nicht ak zeptabel von den EFTA-Staaten abgelehnt. Die Schweiz hat es im bilateralen Luftverkehrsabkommen konzediert, und die Schengen-Assoziierung von Norwegen und Island sieht anstelle eines Überwachungsmechanismus bei Streitigkeiten die ein- fache Auflösung des Abkommens vor. 523 Ásgrímsson 2000.
        

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