Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000145819/206/
der EFTA geschaffene freie Marktzugang für Fischexporte in diese Staaten hinfällig.511Norwegen wird mit der EU eine Kompensation in der Form von zollfreien Quoten aushandeln müssen, wie dies auch 1995 beim EU-Beitritt von Schweden, Finnland und Österreich der Fall war. Die EU hat aufgrund eigener Fischereiinteressen keinen Anlass, den Fischhandel im EWR zu liberalisieren. Von grosser Bedeutung ist für Norwegen der Aufbau eines «euro - päi schen Pfeilers» in der Nordatlantischen Allianz durch die Euro päi - sche Union. Als Mitglied der NATO, aber nicht der EU, befürchtet die norwegische Regierung, Einfluss auf wichtige sicherheitspolitische Entwicklungen zu verlieren. Sie ist sogar der Ansicht, dass «die grösste politische Herausforderung für Norwegen die Errichtung eines internen Forums der EU-Staaten für laufende Konsultationen zu Fragen der Euro päischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik» ist.512Norwegen pocht deshalb auf angemessene Kooperationsmechanismen und möchte aktiv zu den neuen Kapazitäten des EU-Krisenmanagements beitragen. Im Bereich der Zusammenarbeit der Justiz streben Norwegen und Is - land neben der bereits erfolgten Schengen-Assoziierung eine Beteiligung an der Dubliner Asylkonvention und eine enge Kooperation mit Europol an. Sondierungsgespräche über eine mögliche Anbindung der norwegischen Krone an den Euro und ein Stützungsabkommen wurden von der EU negativ beantwortet.513 Die Frage einer EU-Mitgliedschaft dürfte voraussichtlich erst im Wahl kampf 2005 eine Rolle spielen.514Im Integrationsbericht 2000 hielt die Regierung fest, dass Norwegen aufgrund der steigenden Inter depen - denz zunehmend von Prozessen und Regeln betroffen ist, welche in Foren getroffen werden, in denen es nicht voll vertreten ist. Die Wah - rung der norwegischen Interessen würde jedoch voraussetzen, «dass 206Fallstudie 
Liechtenstein 511Die EFTA-Staaten hatten untereinander den freien Verkehr von Fischprodukten 1990 eingeführt. Norwegens und Islands Zugang zum Binnenmarkt beruht derzeit auf diversen bilateralen Abkommen mit der EU. 512Norwegen 2000, Kap. 2.4.2. 513Neue Zürcher Zeitung 1999a. Norwegen steht jedoch in einem währungspolitischen Dialog mit der EU. Die isländische Krone hingegen ist an einen Korb internationa- ler Devisen gekoppelt. Ein bilaterales Währungsabkommen mit der EU könnte sich für Island aufdrängen, wenn Grossbritannien, Dänemark und Schweden der WWU beitreten. 514Interview mit einem Vertreter der norwegischen Mission in Brüssel am 20. März 2000. Vgl. auch Süddeutsche Zeitung 2000b.
        

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