Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000145819/199/
gung an den Institutionen, ausreichende Präsenz in Drittländern und internationalen Organisationen). Stellt ein solcher Staat tatsächlich einen Beitrittsantrag, wie jüngst im Falle Maltas, bringt er die Gemeinschaft damit in erhebliche Verlegenheit, denn die in- stitutionelle Einbindung eines solchen Staates bereitet allergrösste Schwierigkeiten. Der Fall Luxemburg kann dabei kaum als Präzedenzfall dienen (...).490 Die Auffassungen über eine EU-Mitgliedschaft der Kleinststaaten diver- gieren offensichtlich. Angesichts des schweizerischen Beitrittsgesuchs verfasste die Regierung des Fürstentums 1992 einen kurzen Bericht zur Frage eines Beitritts zur Europäischen Union. Sie stellte fest, dass Liech - ten stein grundsätzlich die Bedingungen für einen Beitritt erfülle und die Kleinheit des Landes an sich kein Grund für die Verweigerung der Aufnahme sein könne, auch wenn die Gemeinschaft wahrscheinlich Probleme bei der institutionellen Einbindung Liechtensteins sehen wür- de, und die Frage «in erster Linie vom politischen Willen der EG und ihrer Mitgliedsländer abhängen» wird.491Die Mitwirkungsrechte und -pflich ten eines EU-Mitglieds Liechtenstein wären nach Ansicht der Regierung Verhandlungssache. Das Fürstentum wäre wohl ein Netto - zahler an das Gemeinschaftsbudget, die Mehrwertsteuer müsste erhöht und die gemeinsame Handels- und Agrarpolitik übernommen werden. Wichtig wäre auch der Harmonisierungsdruck im Bereich der direkten Steuern, allerdings ist dieser grösstenteils auch ausserhalb der Union ge- geben. Mit Ausnahme solcher Einzelfragen und der institutionellen Proble matik würden sich die Verhandlungen im wirtschaftlichen Be - reich «komplikationslos» gestalten.492Indessen kommt die CEPS-Studie zu dem Schluss, dass sich eine EU-Mitgliedschaft nicht mit dem derzei- tigen Spielraum Liechtensteins in Bezug auf seinen Finanzplatz verein- baren lässt.493Ausserdem sei eine erweiterte Union kaum willens, die eu- ropäischen Mikrostaaten als gleichberechtigte Mitglieder aufzunehmen. Die EU würde aus Sicht des CEPS Liechtenstein in ihren Institutionen nur einen Beobachterstatus ohne Mitbestimmungsrechte einräumen. 199 
Optionen der liechtensteinischen Integrationspolitik 490Sack 1997, 46. 491Regierung des Fürstentums Liechtenstein 1992b, 5. 492Ibid., 14. 493Ludlow 2000, 35.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.