Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000145819/198/
Integrationsprozess, wenn auch nicht auf Mitgliedschaft. «Wo ein Bei - tritt zur Gemeinschaft aus den einen oder anderen Gründen ausscheidet, ist eine Partizipation auf der nächstniedrigeren Integrationsstufe in Aus - sicht zu stellen (Europäischer Wirtschaftsraum, Zollunion, Europa - abkommen, Freihandelsabkommen, Partnerschafts- und Kooperations - ab kommen).»485 Nach Ansicht des Centrums für angewandte Politikforschung der Universität München steht folgenden Staaten «die Mitgliedschaft offen, sofern sie nur den nötigen politischen Willen dazu aufbringen: Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz».486Hingegen reiht die islän- dische Regierung Liechtenstein zusammen mit Andorra, Monaco und San Marino in die Kategorie jener Kleinststaaten ein, für welche die EU- Mitgliedschaft aufgrund ihrer Kleinheit keine realistische Option sei.487 Vertreter der Kommission schlossen eine EU-Mitgliedschaft Liechten - steins nicht aus mit dem Hinweis, dass ein Beitritt – insbesondere eines reichen Staates – oft leichter zu erreichen sei als eine Sonderlösung.488 Für die Ratspräsidentschaft müsste indes eine Lösung gefunden werden, welche die Lastenverteilung mitberücksichtigt. Auch das Europäische Parlament schloss 1989 die Möglichkeit eines Beitritts der Mikrostaaten nicht kategorisch aus, aber «das starke historische Bewusstsein dieser Länder in Verbindung mit ihrem wirtschaftlichen Wohlstand erlaubt es nicht, einen eventuellen Antrag auf Beitritt zur EG zu erwarten, vor al- lem, wenn diese Staaten die Quelle ihres Reichtums dank der Son der - abkommen mit der Gemeinschaft wahren können».489 Ein Beitritt, theoretisch möglich, ist aus praktischen Gründen meist ausgeschlossen, weil ein solcher Beitritt eine administrative Masse auf internationaler Ebene voraussetzt, welche zu erbringen diese Staa ten selten in der Lage sind (Vorsitz im Rat, personelle Beteili - 198Fallstudie 
Liechtenstein 485Ibid., 501. 486Centrum für angewandte Politikforschung 1999, 8. 487Island 2000, 41. 488Interviews beim Rechtsdienst und in der Generaldirektion Aussenbeziehungen der Kommission in Brüssel am 20./21. März 2000. 489Europäisches Parlament 1989a, 8. Der Vatikan wurde aufgrund seiner beschränkten wirtschaftlichen Aktivitäten und seiner «geistlichen Wesensart» explizit ausgenom- men und Liechtenstein, zwischen den damaligen Nicht-Mitgliedern Schweiz und Österreich gelegen, nicht erwähnt.
        

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