Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000145819/167/
den Bankplatz Liechtenstein bis Ende 1999 auf zwölf Banken anwach- sen lassen, deren Bilanzsumme sich auf knapp 35 Mrd. CHF belief.407 Der Anteil der Guthaben, deren Inhaber ihr Domizil nicht in Liechten - stein oder der Schweiz haben, betrug 39 Prozent.408Beim Fremden ver - kehr dürfte es nicht überraschen, dass 1999 lediglich etwa 2 Prozent der Logiernächte von Liechtensteinern stammten. Die Gäste kamen zu 60,5 Prozent aus den übrigen EWR-Ländern, gefolgt von der Schweiz (20,7 %).409 Die Untersuchung der relevanten Regime in Kapitel 5 hat aufge- zeigt, dass die Selbstbestimmung des Fürstentums sowohl im Sinne recht licher als auch effektiver Handlungsfreiheit (respektive operatio- neller Souveränität und nationaler Autonomie) sehr beschränkt ist. Liechtenstein verfügt zwar über Mitbestimmung in der EFTA und im EWR, aber kaum in der bilateralen Regionalunion mit der Schweiz. Das Fürstentum ist faktisch sehr stark in Europa integriert. Wirtschaftlich gesehen ist der EWR, genauer die EU, für Liechtenstein heute schon wichtiger als die Schweiz. Angesichts der wachsenden Anzahl an EU- Mitgliedstaaten, ihres hohen Integrationsniveaus und des Potentials an Spillover-Effekten wird die Bedeutung der Europäischen Union für das Fürstentum in Zukunft noch zunehmen. Wenn die Schweiz der EU bei- tritt, vergrössert sich die Dependenz Liechtensteins erheblich. Folgt man der These, dass Mitbestimmung umso wichtiger wird, je stärker die (Inter)dependenz gegenüber einem Integrationsregime ist, sollte sich Liechtenstein gut darauf vorbereiten, seine Beziehungen zur Union neu zu ordnen. 6.1.2 Entwicklung des europäischen Integrationsprozesses In den 1990er Jahren ergab sich geradezu eine Kumulation wichtiger Entscheidungen in der Europäischen Union mit der Vollendung des Bin - nen markts, der Norderweiterung, den Verträgen von Maastricht, 167 
Optionen der liechtensteinischen Integrationspolitik 407Liechtenstein 2000c, 5. Im Jahr 2000 sind vier Banken hinzugekommen. 408Nach Angaben der Schweizerischen Nationalbank (www.snb.ch) betrug 1999 der Anteil der ausländischen Aktiven an der Bilanzsumme der Schweizer Banken 57,1 Pro zent. 409Liechtenstein 2000a, 69.
        

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