Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000145819/106/
mein schaftsabgaben ausgenommen, da die Landwirtschaft im Gegensatz zu San Marino in Andorra eine untergeordnete Rolle spielt. Trotzdem können gewisse andorranische Agrarprodukte zollfrei in die EU ver- kauft werden. Von der Zollunion ausgenommen sind Tabakprodukte. Andorra baut (ungeniessbaren) schwarzen Tabak an, welcher subventio- niert und verbrannt wird, während die Lizenzherstellung blonder Zigaretten aus importiertem Tabak erfolgt. Während der ersten fünf Jahre wurde die Zollabfertigung von be- stimmten EU-Zollstellen durchgeführt und die Einnahmen, nach Abzug des Verwaltungsaufwands, an Andorra erstattet. Seit 1996 hat Andorra eigene Zollbehörden mit der Aufgabe betraut, aber die Schwierigkeit alle ihm zustehenden Zolleinnahmen zu erfassen, bleibt. Die Importeure können nach wie vor ihre für Andorra bestimmten Waren an anderen Zollstellen der Zollunion abfertigen lassen. 1999 wurde das Abkommen um die veterinärrechtlichen EU-Vorschriften ergänzt, und die Ur - sprungs regeln für landwirtschaftliche Produkte wurden modifiziert. Zudem fehlt eine Regelung zu den indirekten Steuern. Andorra über- nahm ansonsten den gesamten handelspolitischen 
Acquis,ohne an der Ausarbeitung der Regeln beteiligt zu sein, ohne Anspruch auf Zuteilung von Gemeinschaftskontingenten und ohne sich gegenüber Drittländern mit EU-Präferenzabkommen auf Reziprozität berufen zu können. Die EU bemüht sich wie im Falle San Marinos, die Anerkennung der Gleichstellung andorranischer Waren zu erlangen. Ein Gemischter Aus - schuss befasst sich mit der Verwaltung des Abkommens und bestimmt u.a. die anwendbaren Zollvorschriften. Kann ein Streitfall nicht beige- legt werden, kann ein Schiedsgerichtsverfahren initiiert werden. Im Januar 1998 wurden Verhandlungen über ein breiteres Koopera - tions abkommen, welches u.a. die Bereiche Umwelt, Kommunikation, Kultur, Transport und soziale Anliegen umfasst, abgeschlossen. Haupt - hin dernis für die Unterzeichnung des Abkommens ist das Problem des Tabakschmuggels aus Andorra in die Union, welcher in der Gemein - schaft zu Zollausfällen in Millionenhöhe führt. Andorra hat 1999 seine Gesetzgebung angepasst. Die andorranische Regierung prüft zudem die Möglichkeit eines Assoziations- oder Partnerschaftsabkommen.258 106Flexible 
Integration 258Auskunft der andorranischen Botschaft in Brüssel. Ein Kooperationsabkommen be- inhaltet i.d.R. eine losere Zusammenarbeit als eine Assoziation und keine Insti tu - tionen.
        

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