Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/92/
Politisches System Liechtensteins die FL, obwohl sie mit 7,56 Prozent leicht zulegen konnte. Die Chancen, ein Grundmandat zu erreichen, waren inzwischen gestiegen, weil die Zahl der Landtagsabgeordneten von 15 auf 25 erhöht worden war. Die FL scheiterte aber an der Sperrklausel, unter anderem auch deshalb, weil erstmals eine vierte Partei für den Landtag kandidierte und die Opposi­ tionsstimmen auf zwei Parteien aufteilte. Die Überparteiliche Liste Liechtenstein (ULL) erreichte jedoch nur 3,16 Prozent der Stimmen und kandidierte kein weiteres Mal für den Landtag. Erst im dritten Anlauf kandidierte die FL erfolgreich. Sie erreichte bei den Wahlen vom 7. Feb­ ruar 1993 10,38 Prozent der Stimmen und zwei Mandate im 25 Mitglie­ der umfassenden Landtag. Das war das bis dahin beste Resultat, das je eine dritte Partei bei Landtagswahlen in Liechtenstein erreicht hatte. Nach dem turbulenten Sturz von Markus Büchel als Regierungschef und der Auflösung des Landtags durch Landesfürst Hans Adam II. kam es bereits am 24. Oktober 1993 zu Neuwahlen, die für die FL einen Rückschlag brachten. Die FL erreichte nur noch 8,54 Prozent der Stim­ men und verlor das Mandat im Unterland wieder, behielt jedoch das Oberländer Mandat. Sie war aber nur bedenklich knapp über der 8-Pro- zent-Sperrklausel geblieben. Zum bisher grössten Erfolg - und damit auch zu einer gewissen Etablierung in der politischen Landschaft Liech­ tensteins - wurden für die FL die Wahlen vom 2. Februar 1997, bei der sie um mehr als drei Prozent auf 11,57 Prozent zulegen konnte und das zweite Mandat im Unterland wieder zurückeroberte. Die FL ist die erste Partei, die sich neben den beiden Volksparteien VU und FBPL erfolgreich im Parteienspektrum festsetzen konnte. Im Gegensatz zur CSP, die nach einem stolzen Anfang kontinuierlich ab­ baute, konnte die FL ihre Position tendenziell ausbauen. Trotzdem hat sie noch nicht die Stärke gefunden, die ihr ein sorgloses Dasein ange­ sichts einer Sperrklausel von 8 Prozent ermöglicht. Rückschläge sind nicht auszuschliessen. Nach den Landtagswahlen 1997 ist der FL Kon­ kurrenz in der Oppositionsrolle erwachsen, da die FBPL aus der Regie­ rungskoalition ausgetreten ist. Dieser Schritt beinhaltet für alle Parteien Chancen, aber auch Gefahren. Es ist auch nicht generell auszuschliessen, dass bei kommenden Wahlen noch weitere Wählergruppen kandidieren, was das Rennen um 8 Prozent der Wählerstimmen zur Überwindung der Sperrklausel noch schwieriger gestalten würde. 92
        

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