Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/342/
Empirische Analysen 5.11 Wahlabschneiden der Frauen Seit der Einführung des Stimm- und Wahlrechtes für Frauen im Jahr 1984 konnte eine langsame und zaghafte Verbesserung der Stellung der Frauen in der Politik festgestellt werden. Bei der ersten Landtagswahl nach der Einführung des Fraucnstimmrechts erscheint Emma Eigen­ mann (FBPL) 1986 als erste und einzige weibliche Landtagsabgeordnete im damals fünfzehnköpfigen Parlament. Sie konnte ihr Mandat 1989 erfolgreich verteidigen. 1993 zog sie sich aus der Parlamentspolitik zu­ rück. Bei den Frühjahrswahlen schaffte es Renate Wohlwend (FBPL) in den inzwischen auf 25 Mandate aufgestockten Landtag. Bei den Herbst­ wahlen 1993 errangen erstmals zwei Frauen ein Landtagsmandat: Ingrid Hassler-Gerner (VU) und die wieder gewählte Renate Wohlwend (FBPL). Renate Wohlwend scheiterte jedoch bei den Wahlen 1997. Als fünftplatzierte in den Reihen der FBPL war sie vom Verlust des fünften FBPL-Mandates im Unterland direkt betroffen. Ingrid Hassler-Gerner hingegen gelang ein Glanzresultat. Sie bekam im Lager der VU die mei­ sten Stimmen im Unterland. Es gelang keiner weiteren Frau der Sprung in den Landtag, weshalb die Frauen zu den Geschlagenen der Wahlen 1997 gehören. Neben Renate Wohlwend kamen Christel Hilti-Kauf- mann auf dem zweiten Platz der Oberländer FL-Liste und Dorothee Laternser (VU Oberland) mit dem zehnten Listenplatz bei der VU (8 Mandate gewonnen) noch am ehesten in die Nähe eines Mandates. Alle drei wurden stellvertretende Abgeordnete. Mit 1 von 25 Mandaten sind die Frauen im Landtag äusserst schwach vertreten. Auch im internationalen Vergleich liegt der Anteil von 4 Pro­ zent weit unter dem Durchschnitt.537 Welches sind die Gründe für dieses schlechte Abschneiden der Frauen? Diese Frage hat sich auch die Gleichstellungskommission der Regierung nach den Wahlen 1997 ge­ stellt und eine Umfrage in Auftrag gegeben, um die Gründe in Erfah­ rung zu bringen.538 Die Ergebnisse dieser Umfrage werden wir später kurz streifen. Vorher aber werfen wir einen Blick auf die Aggregatdaten. 537 Der I'raucnantcil in den Parlamenten der Industrieländer lag 1997 bei 14 %, derjenige der Entwicklungsländer bei 13 %. Hauchlcr u.a. 1997: 83 ff. 5,8 Regierung 1997. 342
        

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