Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/304/
Empirische Analysen Nationalratswahlen von 1990 und 1994 in Österreich zeigt eine Wieder- wahlquote der SPÖ, der ÖVP und der FPÖ von rund 80 Prozent, während die Grünen eine Wiederwahlquote von rund 70 Prozent auf­ weisen.513 Die liechtensteinischen Parteien sind in diesem Umfeld bei den Par­ teien mit hoher Wiederwahlquote anzusiedeln. Auf die Unterschiede zwischen den Parteien werden wir später eingehen. 5.9.4 Entwicklung der Volatilität Wir wenden uns jetzt der Frage zu, ob der hohe Anteil stabiler Wähler­ innen konstant geblieben ist, ob er in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten gestiegen ist oder ob er gefallen ist. Die Aggregatdaten lie­ fern uns hierfür zwar keinen stichhaltigen Beweis, wir können aber doch anhand einiger Indizien die Wahrheit einkreisen. Zum einen geben die prozentualen Stimmengewinne und -Verluste 
zwischen zwei Wahlgän­ gen - der Pedersen-Index - einen Hinweis auf Wechselaktivitäten. Zum anderen können uns die Anteile veränderter Listen und der Anteil an Sympathiestimmen am Stimmentotal andeuten, ob sich das Wahlver­ halten verändert hat und gegebenenfalls in welche Richtung. Der Pedersen-Index Als Indiz für einen steigenden oder fallenden Anteil an Wechselwählern stützen wir uns zunächst auf den Pedersen-Index, der die prozentualen Stimmenverluste und -gewinne aller Parteien reflektiert.514 Dieser Index stellt jedoch eine sehr unscharfe Messgrösse der Volatilität dar, da nicht sichcr ist, ob sich hinter den Stimmengewinnen und -Verlusten 
nicht weit grössere Wählerwanderungen verbergen.515 Der Pedersen-Volatilitätsin- dex zeigt daher viel eher die Stabilität oder Instabilität des Parteiensys­ tems als die Stabilität des Wahlverhaltens an. Trotzdem darf man aus 513 Neuwirtk 1995: 462. 5M Summe aus Absolutwerten aller prozentualen Stimmenverluste und Stimmengewinne, geteilt durch 2. 415 Wenn beispielsweise zwei Parteien jeweils 50 % der Stimmen bei zwei aufeinanderfol­ genden Wahlen erreichen, betragt der Pedersen-Index = 0, obwohl theoretisch das gesamte Elektorat die Partei gewechselt haben könnte. 304
        

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