Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/277/
Ökonomisches Wählen und Protestwählen praktisch keine Relevanz für den Wahlentscheid. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage, namentlich die Zukunftsperspektive, ist dagegen mit dem Wahlentscheid assoziiert. Weit stärkere Assoziationen zeigen sich aber bei allen Variablen, die die Demokratie und die Machtverhält­ nisse zum Inhalt haben. Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass offenbar in den Fragen von Demokratie und Machtverteilung die Aus­ einandersetzung vor allem zwischen der VU und der FBPL stattfindet. Wenn in den meisten bisherigen Datenanalysen die FL im Verhältnis zu den beiden Volksparteien eine Sonderrolle eingenommen hat, dann trifft dies bei den demokratie- und machtbezogenen Variablen nicht mehr zu. Die FL zeigt bei diesen Aspekten die schwächsten Assoziationen. 5.7.2 
Multivariate Datenanalyse In den multivariaten Analysen können wir nun eruieren, welche dieser Variablen die grösste Erklärungskraft für den Wahlentscheid aufweisen. Die Issuevariablen, die diesbezüglich keine Bedeutung haben, werden in den logistischen Regressionen nicht mehr berücksichtigt. Der Eindruck aus den bivariaten Analysen bestätigt sich weitgehend. Die Einschätzung der Wirtschaftslage hat für den Wahlentscheid eine untergeordnete Be­ deutung. Eine grosse Relevanz haben hingegen diejenigen Variablen, die einen Bezug zu den Machtverhältnissen und der Einschätzung der poli­ tischen Repräsentanten aufweisen. Dabei wird wieder deutlich, dass in diesen Fragen eine Front zwischen VU und FBPL aufgebaut ist, wäh­ rend bei der FL in den meisten Fällen keine signifikanten Merkmalsdif­ ferenzen nachweisbar sind. Es geht dabei zwischen VU und FBPL eher um die Machtfrage als um die Demokratiefrage. Dies geht daraus hervor, dass in der Demokratie­ frage betreffend die Gestaltung der Zukunft, in welcher kein direkter Parteienbezug vorhanden ist, keine gravierenden Differenzen festgestellt werden können (Tab. 91). Ebensowenig polarisiert die Analyse der Machtverhältnisse. Als wichtigstes Kriterium erweist sich dagegen das Vertrauen in die Politik, das bei den Wählerinnen der Mehrheitspartei VU eher zugenommen, bei den Wählerinnen der FBPL eher abgenom­ men hat. Die FL-Wählerlnnen heben sich nur in der Frage der Macht­ verteilung auf bestimmte Institutionen vom Sample ab. Dabei geht es - im Unterschied zur Rivalität von VU und FBPL - weniger um eine 277
        

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