Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/273/
Ökonomisches Wählen und Protestwählen Wahlsieges mit dem Regierungschef-Kandidaten Markus Büchel - keine grossen Erfolge verbuchen und hatte besonders eindrücklich unter den Interventionen des Landesfürsten im Gefolge der Absetzung von Regie­ rungschef Markus Büchel zu leiden. Man kann also damit rechnen, dass die FBPL-Wählerlnnen wie die FL-Wählerinnen dazu tendieren, die Machtzentren ausserhalb der demokratischen Institutionen, also bei­ spielsweise beim Landesfürsten oder einzelnen, mächtigen Familien zu orten. Dabei ist besonders an die Familie Hilti zu denken, die der VU schon viel Unterstützung gewährt hat.489 Die bivariate Datenanalyse bestätigt die Hypothesen vollumfänglich. Die VU-Wählerlnnen orten mehrheitlich die Macht bei demokratischen Institutionen. Die Wählerinnen der FBPL und der FL dagegen zeigen mehr Kritik an der Funktionsweise der Demokratie, indem sie den nichtdemokratischen Machtträgern überdurchschnittlich viel Macht attestieren (Tab. 86). Alle Ergebnisse sind signifikant. Akzeptanz der Machtverhältnisse Aus demokratischer Sicht ist es bedenklich, wenn mehr als die Hälfte der Wählerinnen davon ausgehen, dass das Machtzentrum ausserhalb demo­ kratischer Entscheidungsgewalt steht. Es stellt sich die Frage, ob dies auch subjektiv von den Wählerinnen so aufgefasst wird oder ob die di­ agnostizierten Machtverhältnisse weitgehend akzeptiert werden. Be­ trachten wir zunächst die bivariate Tabelle über die Zustimmung oder Ablehnung der Machtverhältnisse. Es zeigt sich, dass 57,5 Prozent mit der bestehenden Machtverteilung einverstanden sind. 42,5 Prozent der Befragten sind jedoch mit den bestehenden Machtverhältnissen nicht einverstanden! Wir erwarten hier wiederum, dass die VU-Wählerlnnen eher einverstanden sind, die FBPL- und FL-Wählerlnnen eher nicht ein­ verstanden. Der Blick auf Tabelle 87 zeigt, dass diese Annahme auf hochsignifikantem Niveau zutrifft. Es entspricht den Tatsachen, dass die Familie Hilti seit Jahrzehnten eine wichtige Stütze der VU ist. Dies wird auch in VU-Kreisen zugegeben. Die Unterstützung bezog sich in der Vergangenheit nicht so sehr auf direkte finanzielle Unterstützung, sondern eher auf indirekte Unterstützung durch Beratungen im Marketing- und Werbebereich und den Gratisdruck von Broschüren, Informations- und Werbematerialien. Insgesamt kommt dies natürlich einer massiven.Unterstützung gleich, die von Seiten der FBPL und der FL nicht selten auch als Abhängigkeit interpretiert wird. Mündliche Auskunft des ehe­ maligen VU-Parteisekretärs Ernst Hasler vom 19. Oktober 1998. 273
        

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