Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/267/
Ökonomisches Wählen und Protestwählen tionen zulässt. Grundsätzlich unterscheidet sich diese Theorierichtung vom soziologischen und sozialpsychologischen Ansatz darin, dass unterstellt wird, dass die Wählerinnen von Wahl zu Wahl entscheiden, welcher Wahlentscheid unter den jeweiligen Gegebenheiten und Le­ bensumständen den grössten Nutzen verspricht. Uber die Schwierigkeiten einer Operationalisierung dieses Modells haben wir bereits weiter oben berichtet. In Anlehnung an die Empfeh­ lung der internationalen Wahlforschung nehmen wir die Ansichten zur wirtschaftlichen Situation und zu demokratischen Institutionen und Einflussmöglichkeiten als Grundlage für eine Datenanalyse.487 Wenn die Theorie des rationalen Wählens eine empirische Grundlage hat, dann müssten Wählerinnen, die mit der wirtschaftlichen Situation oder mit dem Funktionieren der Demokratie unzufrieden sind, einen Regierungs­ wechsel bevorzugen. Sie müssten also vermehrt die Oppositionspartei FL oder die damals noch als Ko-Oppositionspartei mitregierende FBPL wählen. Die FBPL dürfen wir in diesem Zusammenhang als oppositio­ nelle Alternative zur VU betrachten, da sie ja im Wahlkampf mit dem Anspruch antrat, stärkste Partei zu werden und den VU-Regierungschef abzulösen. 5.7.1 Bivariate Datenanalyse Aktuelle wirtschaftliche Situation In der Nachwahlbefragung wurden zwei Fragen zur wirtschaftlichen Situation gestellt. Mit der ersten Frage wurde die Einschätzung der aktu­ ellen wirtschaftlichen Situation erhoben. Die zweite Frage war auf die Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation gerichtet. In Tabelle 82 zur Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situa­ tion scheint sich die oben formulierte Vermutung zu bestätigen. Es sieht so aus, dass die Zufriedenen überdurchschnittlich oft VU gewählt haben, während die Unzufriedenen überdurchschnittlich oft FBPL oder FL ge­ wählt haben. Das Datenmaterial reicht jedoch nicht aus, um die Hypo­ these als bestätigt anzusehen. Durch die starke Antworthäufung in der Kategorie «gut» und die teilweise sehr kleinen oder sogar fehlenden 487 CSES 1996. 267
        

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