Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/263/
Issueorientiertes Wahlverhalten interessant zu sehen, welche Issue-Fragen polarisieren, aber auch, wel­ che Issue-Fragen nicht polarisieren. In den klassischen sozioökonomi- schen Fragen (Sozialausgaben, Steuern, im weiteren Sinne auch die Aussenpolitik) kann man zwischen den Parteien weitgehende Uberein­ stimmung feststellen. Etwas deutlichere Differenzen - vor allem zwi­ schen der FL und den Grossparteien - zeigen sich in Themenbereichen, die Wertorientierungen und gesellschaftliche Hierarchien betreffen (Stellung von Fürst und Bischof, Umweltschutz, liberale oder repressive Drogenpolitik). Die maximalen Prozentdifferenzen zwischen den jeweils am weite­ sten auseinanderliegenden Parteien werden bei den vier Issues «Drogen­ politik», «Umweltschutz», «Landesfürst» und «Bischof» erreicht. Sie betragen jeweils rund 20 Prozent und in allen Fällen bildet die FL einen der beiden Pole. Bei den weniger umstrittenen Issues beträgt die maxi­ male Prozentdifferenz jeweils nur rund 10 bis 12 Prozent. Wenn wir hier einen Vergleich mit der Schweiz anstellen, fällt auf, dass die inhaltliche Diskrepanz zwischen den Parteien in Liechtenstein nicht sehr gross ist. In der Schweiz werden zu ähnlichen Issue-Fragen zwischen den Wähler­ innen verschiedener Parteien maximale Prozentdifferenzen von 30 bis 60 Prozent festgestellt!483 5.6.2 
Multivariate Datenanalyse In den bivariaten Analysen haben wir bereits einige markante Unter­ schiede in der inhaltlichen Position der Wählerinnen der einzelnen Par­ teien feststellen können. Mittels einer logistischen Regression können wir nun weiter untersuchen, welche Issue-Fragen für welche Partei eine besonders klassifizierende Wirkung zeigten. Da wir die abhängige Vari­ able dichotomisieren müssen, wird für jede Partei separat eine logistische Regression durchgeführt. Das Ergebnis ist in Tabelle 81 dargestellt. Die Pseudo-R2 in den logistischen Regressionen mit der VU und der FBPL sind verschwindend gering. In der Frage der Aussenpolitik und der Bischofsfrage sind noch schwache Einflüsse auf den Wahlentscheid erkennbar. Bei den meisten Variablen zu den Sachfragen gibt es jedoch 483 Linder 1998: 139. 263
        

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