Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/254/
Empirische Analysen Daten wieder entsprechend neu kodieren. Es reicht allerdings nicht aus, die Distanz in der Sympathiebeurteilung der drei Parteien zueinander zu bestimmen, um daraus mehr oder weniger Nähe zwischen den Parteien abzuleiten. Nehmen wir den Fall, dass jemand beispielsweise VU wählt und dieser Partei die Note 8 gibt, während er vielleicht der FBPL die Note 4 und der FL die Note 2 gibt. Dadurch sind die FBPL und die FL näher beieinander (2 Skalenpunkte) als die FBPL und die VU (4 Skalen­ punkte). Es ist aber nur der klaren Bevorzugung einer bestimmten Partei zuzuschreiben, dass diese Partei deutlich von den anderen Parteien abge­ grenzt wird, ohne dass deswegen eine ideologische Nähe zwischen der FL und einer Grosspartei gegeben wäre. Wir müssen daher aus der Sicht der jeweiligen Bestbeurteilung die Distanz zu den anderen beiden Parteien bestimmen. Gesucht wird somit nach der Partei, die die zweitbeste Sympathiebeurteilung bekommt. Im obigen Beispiel wäre der VU-Sympathisant näher bei der FBPL als bei der FL. Wenn die Wählerinnen in ideologischen Lagern denken, müss- ten VU-Sympathisantlnnen der FBPL die besseren Noten geben als der FL, FBPL-Sympathisantlnnen die VU sympathischer als die FL einstu­ fen, während die Ausgangslage bei den FL-Sympathisantlnnen offen ist. Wenn die Wählerinnen jedoch in den Rivalitätsmustern zwischen VU und FPBL gefangen sind, werden die jeweiligen Sympathisantinnen der beiden grossen Volksparteien die andere Volkspartei negativer einschät­ zen als die FL. Im Ergebnis zeigt sich eine relativ einheitliche Häufigkeitsverteilung. Egal mit welcher Partei die Wählerinnen am meisten sympathisieren, verteilen sich ihre weiteren Sympathien mehr oder weniger gleichmässig auf die beiden anderen Parteien (je rund 40 Prozent), während bei rund 20 Prozent die beiden anderen Parteien gleich sympathisch (oder unsym­ pathisch) eingestuft werden (Tab. 71). Die grösste Diskrepanz zeigt sich bei den FBPL-Sympathisantlnnen. Die Abweichung liegt jedoch im sta­ tistischen Vertrauensbereich (+/- 6,3 Prozent) und ist nicht signifikant. Es bestätigt sich daher weder die Lager- noch die Rivalitätshypothese eindeutig - oder es bestätigen sich beide gleichzeitig. Die Sympathie­ distanzen zwischen den drei Parteien scheinen ungefähr gleich gross zu sein. Für etwa die Hälfte der Wählerinnen der Grossparteien steht die andere Grosspartei näher, d.h. die Beurteilung erfolgt ideologisch gese­ hen lagerkonform. Die andere Hälfte steht der FL näher als der gegneri­ schen Grosspartei, d.h. dass das Rivalitätsmuster dominiert. Insgesamt 254
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.