Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/223/
Soziodemografische Basis der Parteien negativ assoziiert ist. Auch bei der Kirchgangshäufigkeit zeigt sich eine Parallele. Regelmässige Kirchgängerinnen neigen weniger stark zur Wahl grünalternativer Parteien als seltene Kirchgängerinnen. Die Asso­ ziationen zwischen Wahlverhalten und Beschäftigungsgrad sind dagegen weniger ausgeprägt. Der bundesdeutsche Befund ist in der sogenannten Republikaner­ studie, sowie in mehreren Wahlumfragen bestätigt worden.448 5.2.4 Zusammenfassung der soziodemografischen Analyse Wie können wir diesen Befund interpretieren? Zunächst können wir ein­ mal festhalten, dass die statistischen Assoziationen zwischen den sozi­ odemografischen Variablen und dem Wahlentscheid zugunsten einer der beiden Volksparteien derart schwach sind, dass die Vorhersagegenauig­ keit praktisch nicht verbessert wird, wenn wir Kenntnis davon haben, wie die Wählerinnen in den soziodemografischen Variablen zugeordnet sind. Die Wählerbasis der beiden Volksparteien VU und FBPL ist be­ züglich ihrer soziodemografischen Zusammensetzung praktisch iden­ tisch. Die wenigen, schwach signifikanten Unterscheidungsmerkmale reichen zu einer stichhaltigen Differenzierung zwischen der jeweiligen Wählerschaft nicht aus. Die Wählerschaft der FL dagegen hebt sich gra­ duell von der Wählerschaft der beiden Volksparteien ab. Insgesamt ist die FL bei den besser Gebildeten, Modernen, Aufgeschlossenen über­ durchschnittlich verankert. Aber auch die Wählerschaft der FL weist kein Profil auf, das sich krass vom Profil der Wählerschaft der beiden Volksparteien unterscheidet. Der soziostrukturelle Erklärungsansatz muss daher insgesamt ver­ worfen werden. Die im soziostrukturellen Ansatz betonten hauptsäch­ lichen Gegensatzpaare sind entweder logisch (Stadt-Land-Gegensatz; ethnischer Gegensatz) oder empirisch (religiöser Gegensatz, wirtschaft­ licher Gegensatz) bis auf marginale Differenzierungen für den Wahlent­ scheid in Liechtenstein nicht wirksam. Die unter dem Aspekt des Werte­ wandels postulierte Herausbildung einer neuen Mittelschicht lässt sich 448 Vgl. etwa Dömer 1998: 155 ff. oder die Originaldaten der Nachwahlbefragung nach den Bundestagswahlen 1998 (Wissenschaftszentrum Berlin o.J.). 223
        

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