Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/22/
Einleitung Wahlverhaltens. Bis zum Einzug der Freien Liste in den Landtag im Jahr 1993 waren jeweils nur maximal zwei Parteien im Parlament vertreten. Das Parteienspektrum und damit auch das Angebot war daher äusserst eingeschränkt. Aber auch die ideologische Spannbreite der Parteien ist auf den ersten Blick nicht sehr gross. Im Zusammenhang mit dem Wahlverhalten, das in seiner historischen Dimension nicht zuletzt auch das Parteienspektrum und die Charakteristik der Parteien prägt und beeinflusst, interessieren daher die Merkmale der Parteien, des Parteien­ systems und deren Entwicklung. 1.2.3 Plausibilität bestehender Theorien In der internationalen Wahlforschung existieren drei Haupttheorierich­ tungen, die das Wahlverhalten auf verschiedene Weise zu erklären ver­ suchen und auf deren Besonderheiten wir in einem späteren Kapitel ein­ gehen werden. Der sozialstrukturelle (soziologische) Ansatz sieht in der Segmentierung der Gesellschaft die Basis für die Herausbildung ver­ schiedener Parteien und für die Wahl verschiedener Parteien durch unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen. Im sozialpsychologischen Ansatz wird die Identifikation mit einer Partei im Sozialisierungsprozess als entscheidendes Kriterium für das Wahlverhalten hervorgehoben. Ne­ ben der langfristig wirksamen Parteiidentifikation werden verschiedene kurzfristig wirksame Faktoren genannt, die den Wahlentscheid mitbe­ einflussen, darunter vor allem die Kandidaten- und die Issueorientierung (Sachthemen). Der ökonomische Ansatz betrachtet das Elektorat als eine Ansammlung rational handelnder Menschen, die den Wahlentscheid von Kosten-Nutzenüberlegungen abhängig machen. Die Rationalität kann geleitet sein von programmatischen Vorstellungen, strategischen Überlegungen, aber auch von Einbettungen in eine soziale Realität. Die vorliegende Arbeit wird sich mit den bestehenden Theorien auseinan­ dersetzen und es wird versucht, die Theorien auf ihre Validität im liech­ tensteinischen Kontext zu prüfen. 22
        

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