Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/203/
Soziodemografische Basis der Parteien Mit dem Auftreten der FL erhält eine soziostrukturelle Analyse in Liechtenstein eine neue Dimension. Die genannten klassischen Cleav- ages treten dabei in den Hintergrund und machen der Frage Platz, ob die Wählerinnen der FL sich im Verhältnis zu den Wählerinnen der beiden Volksparteien durch andere Wertorientierungen auszeichnen. Da man die postmaterialistischen Werte der grün-alternativen Milieus besonders häufig in den sogenannten neuen Mittelschichten antrifft, müsste eine Identifikation dieser Mittelschichten auf der Grundlage soziodemogra- fischer Variablen möglich sein. Eine Häufung ist vor allem im höheren Bildungssegment, bei den Selbständigen und den Jüngeren zu erwarten. 5.2.1 Bivariate Datenanalyse Geschlechterstruktur Für die Bundesrepublik Deutschland wurde festgestellt, dass sich im Wahlverhalten der Geschlechter starke Veränderungen vollzogen haben. Während die Frauen in der Zeit der Weimarer Republik und auch noch in den 60er und 70er Jahren eine konservativere Politik unterstützten als die Männer, zeigte sich in den 80er Jahren gerade bei den jüngeren Jahr­ gängen eine «Linkslastigkeit» auf Seiten der Frauen, die insbesondere zugunsten der SPD wirkte.437 Die Grünen dagegen - und das ist im Ver­ gleich mit der Freien Liste in Liechtenstein interessant - haben traditio­ nellerweise einen Männerüberhang in der Wählerschaft, der aber Ende der 80er Jahren im jüngeren Wählersegment ausgeglichen wurde. Zwischen den beiden grossen Volksparteien erwarten wir keinen Unterschied in der geschlechtermässigen Zusammensetzung der Wäh­ lerschaft. Bei der FL hingegen dürfte sich aufgrund des starken Engage­ ments für die Gleichstellung von Mann und Frau und der klaren eman- zipatorischen Ausrichtung dieser Partei eher ein Frauenüberhang ein­ stellen. Die Umfrage bestätigt diese Vermutungen nicht klar (Tab. 27). Zwischen VU und FBPL ist tatsächlich kein Unterschied auszumachen. Aber auch die FL zeigt keinen eindeutigen Uberhang im weiblichen Elektorat. 437 Molitor 1993. 203
        

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