Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/182/
Empirische Analysen und stärker theoriegeleitet arbeiten. Wo bereits sophistizierte bzw. be­ währte Thesen und Operationalisierungen bestehen, bieten sich Uber­ nahmen und Adaptionen an, so dass auch ein Beitrag zur international vergleichenden Forschung geleistet werden kann. Andererseits kann die schweizerische Forschung vermehrt ihr Hauptaugenmerk auf eine syste­ matische und theoretisch vergleichende Diskussion richten. Was auch in der Schweiz fehlt, ist eine Überprüfung der vorherrschenden Erklä­ rungsmodelle im Hinblick auf ihre unterschiedliche Erklärungskraft und ihre Wirkungszusammenhänge.»397 Im Zuge der Intensivierung der schweizerischen Wahlforschung wurde bereits im Gefolge der Eidgenössischen Wahlen 1995 ein Teil der Lücken geschlossen. In einzelnen Studien wurde die Wahlbeteiligung in verschiedenen Kantonen sowie nach Geschlecht und Alter analysiert.398 Rezeption in Deutschland In der bundesdeutschen Politikforschung wurde die Wahlabstinenz lange Zeit nur als Randthema behandelt. In den 60er und 70er Jahren wurden einige Arbeiten publiziert, die als Querschnittanalysen vor allem die soziostrukturellen Hintergründe der Wahlteilnahme im Visier hat­ ten.399 Nur 
Liepelt, Radke und 
Golzem/Liepelt unternahmen schon früh den Versuch, über soziodemographische Merkmalsbeschreibungen hin- auszugelangen und die Motive und Einstellungen der Nichtwähler zu analysieren.400 Aufgrund hoher Wahlbeteiligung in den 70er Jahren verschwand das Interesse an der Wahlabstinenzforschung. Für die Bundestagswahlen 1980 bis 1987 gibt es keine Analysen der Nichtwähler.401 Erst in den 90er Jahren ist das Interesse durch schwache Wahlbeteiligung bei Bundestags­ wahlen wieder gestiegen.402 
Kleinhenz hat im Unterschied zu den voran­ gegangenen Querschnittanalysen die Veränderung der Wahlteilnahme in einer Längsschnittanalyse untersucht.403 3,7 Hardmeier 1995: 131. 398 Wernli 1998; Ballmer-Cao 1998; Brunner 1998. 3,9 Kleinhenz 1995: 17 f. 400 Liepelt 1968; Radke 1972. 401 Kleinhenz 1995: 18. 402 Vgl. u.a. Falter/Schumann 1993 und 1994; Feist 1992; Hoffmann-Jaher/Roth 1994; Eil­ fort 1994. 403 Kleinhenz 1995. 182
        

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