Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/164/
Wahlergebnis und Analysemethoden hatte. Die FBPL zog sich nach eingehenden Beratungen in den verschie­ denen Parteigremien mit Parteitagsbeschluss vom 10. März 1997 aus der Regierungskoalition zurück.365 Sie nahm das Angebot der VU auf Fort­ setzung der gemeinsamen Regierungsverantwortung nicht an und voll­ zog den Schritt in die Opposition. Die VU bildete in der Folge eine Alleinregierung, welcher neben den bereits im Wahlkampf portierten drei Regierungsanwärterinnen (Mario Frick als Regierungschef, Michael Ritter und Andrea Willi als Regierungsräte) zwei weitere VU-Regie- rungsräte angehören: Norbert Marxer und Heinz Frommelt. 4.1.7 Selbstgenannte Wahlgründe Bevor wir auf der Basis einer Datenanalyse festzustellen versuchen, worin sich die Wählerschaft der verschiedenen Parteien unterscheidet und welche soziostrukturellen, sozialpsychologischen und rationalen Merkmale beim Wahlentscheid eine Rolle spielten, wollen wir sehen, welche Gründe für die Wählerinnen nach eigener Auskunft massgeblich für die Wahl einer bestimmten Partei waren. Diese Angaben können uns teilweise als Leitschnur für die weiteren detaillierteren Analysen dienen. In der Nachwahlbefragung wurde nach dem Wahlentscheid und in der Folge nach dem speziellen Grund für die Wahl eben dieser Partei gefragt (Tab. 8). Die Antwortmöglichkeiten waren dabei vorgegeben und wur­ den in der Umfrage rotiert. Aus den Antworten können wir entnehmen, welche Gründe hauptsächlich genannt wurden, aber auch welche Gründe bei welcher Partei besonders wichtig waren. Insgesamt hat mit 30,1 Prozent der Nennungen die Tradition («wählt immer diese Partei») den grössten Ausschlag für den Wahlentscheid gegeben. Bei je rund 365 Der Autor nahm an den Ortsgruppenversammlungen der FPBL in Eschen (25. Februar 1997) und Vaduz (26. Februar 1997) und am Parteitag der FBPL am 10. März 1997 als Beobachter teil. Erstaunlich war dabei, wie wenig umstritten bei den Mitgliedern der FBPL der Entscheid zugunsten der Oppositionsrolle war. Bei allen Versammlungen gab es nur sehr wenige warnende Stimmen, die eher für einen Verbleib in der Regie­ rungskoalition votierten. Die Meinung, dass der Gang in die Opposition für eine Erneuerung der Partei und eine neue Profilierung notwendig sei, wurde von fast allen geteilt. Es war mit FJänden greifbar, wie tief die Frustration in der FBPL über eine fast ununterbrochene Serie von kleinen, aber in der Summe schmerzhaften Rückschlägen bei Landtagswahlen sass. 164
        

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