Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/156/
Wahltheorien und Hypothesen wir keine soziostrukturellen Unterschiede zwischen der Wählerschaft der VU und der FBPL. Die Wählerinnenbasis der FL dürfte sich dage­ gen deutlich unterscheiden. Durch die relativ junge Existenz der FL, ihren Bewegungscharakter, ihre Entstehungsgeschichte und ihre pro­ grammatische Ausrichtung wird vermutet, dass sie eher von Jungen, Ledigen und von Wählerinnen mit höherer Bildung gewählt wird. Zu diesem Segment passen noch weitere soziodemografische Merkmalsbe­ schreibungen. Es ist zu erwarten, dass die Wählerinnen der FL eher Mieterinnen sind als Wohneigentümerinnen, eine tiefere Kirchgangs­ häufigkeit aufweisen als die Wählerinnen der Volksparteien und dass sich das höhere Bildungsniveau auch in der beruflichen Stellung und dem Einkommen ausdrückt. Die alteingesessenen Parteien werden vermutlich von den sozial bes­ ser Integrierten (Wohneigentümerinnen, gebürtige Liechtensteiner­ innen, Wählerinnen mit Wohnsitz in der Bürgergemeinde) eher gewählt als die FL, von der wir annehmen, dass sie von weniger stark Integrierten überdurchschnittlich häufig gewählt wird. Insgesamt ist aber damit zu rechnen, dass die soziostrukturelle Wahltheorie in Liechtenstein für die beiden Volksparteien kaum Erklärungswert, für die FL nur einen gerin­ gen Erklärungswert aufweist. 3.2.3 Hypothesen zur sozialpsychologischen Wahltheorie Das traditionelle, familial geprägte Wahlverhalten dürfte in Liechten­ stein eine sehr starke Rolle spielen. Es ist daher damit zu rechnen, dass sich in der Datenanalyse eine starke Wahltradition in der Elternlinie zeigt. Durch die späte Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen dürfte dabei die parteipolitische Orientierung des Vaters eine besonders starke Rolle spielen. In Liechtenstein werden aber meistens nicht nur einzelne Familien, sondern ganze Verwandtschaften einer bestimmten Partei - namentlich den beiden Traditionsparteien VU und FBPL - zugeordnet. Wir erwarten daher auch eine weitgehende Ubereinstimmung des Wahlverhaltens innerhalb ganzer Verwandt­ schaften. Politische Beobachter sind sich darin einig, dass ein Grossteil der Wählerinnen eine eindeutige Affinität mit einer bestimmten Partei auf­ weist. Wir rechnen daher damit, dass ein Grossteil der Wählerschaft eine 156
        

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