Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/141/
Bestehende Wahltheorien Abb. 6: Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Konfliktstrukturen und politischem Verhalten im Cleavage-Konzept der soziostrukturellen Theorie Bei aller Leistungsfähigkeit dieser Theorie weist das Cleavage-Konzept aber auch Schwächen auf. Sowohl die Rolle der politischen Akteure wie auch das Verhältnis von Individuum und Institution werden nur unzu­ reichend beleuchtet. 
Klingemann u. a. verweisen daher auf die Notwen­ digkeit, elitetheoretische Aspekte und die Rolle sozialer Milieus und Wertgemeinschaften ergänzend zu beachten.331 In der neueren Wahlforschung wird ein Verblassen traditioneller Gruppen-Cleavages festgestellt. Die soziale Klassen- oder Schichtenzu­ gehörigkeit (wirtschaftliche Konfliktlinie) oder die konfessionelle Zuge­ hörigkeit (religiöse Konfliktlinie) verliert an Erklärungskraft für das Wahlverhalten und die Parteiidentifikation. In der Bundesrepublik Deutschland wird dies vor allem im Zusammenhang mit dem Auftreten der Grünen gesehen. Die alternativen Milieus der Grünen seien nicht durch soziale Gruppenzugehörigkeit, sondern durch gemeinsam vertre­ tene Werte definiert.332 Klingemann u.a. kommen jedoch zu einem differenzierteren Schluss. Sie gehen der Frage nach, ob sich die traditionelle Kerngruppenbindung entlang den beiden Hauptkonfliktlinien in der Bundesrepublik Deutschland - dem Konflikt zwischen Kapital und Arbeit und der kon­ fessionellen Konfliktlinie - abgeschwächt hat. Das Hauptaugenmerk 331 Klingemann u.a. 1993a: 52. 331 Bürklin/Dalton 1994: 297f. 141
        

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