Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000134991/120/
Politisches System Liechtensteins Biotop-Modell In Holland wurden in einer empirischen Analyse Korrelationstests zu den drei Modellen durchgeführt. Interessanterweise wurden sowohl das top-down- wie auch das bottom-up-Modell bestätigt, während das Mediokratie-Modell verworfen werden musste. Interessant ist dies des­ halb, weil die deutsche Forschung nach 
v. Alemann in eine ganz andere Richtung zielt: «Die Diskussion in der deutschen Parteien- und Kom­ munikationsforschung teilt zwar einen Aspekt dieser Sichtweise - näm­ lich das Zusammenwirken von zwei Partnern in dem Dreieck aus Politik, Medien und Publikum -, aber sie ist völlig anderer Ansicht über die beteiligten Allianzen. Von manchen wird eines der einseitigen Mo­ delle vertreten, die die Ubermacht einer Seite favorisieren; von den meis­ ten wird aber dem Zusammenspiel von Politik und Medien, meist zu Lasten des Publikums, der Vorzug gegeben.»284 Aus diesem Zusammenspiel von politischen Akteuren, Medien und dem Publikum entwickelt 
v. Alemann sein «Biotop»-Modell. In diesem Modell befinden sich Politik und Medien in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis, beziehen sich in ihren Agenden aber jeweils auch auf die Umwelt der realen Ereignisse. Allerdings rangiert in diesem eigentlich modifizierten «top-down»-Modell das Publikum an letzter und passiver Stelle.285 Dieses Modell übersieht den Einfluss des Publi­ kums im politischen und medialen Wettbewerb, der sich tagtäglich in Form von politischer Zustimmung oder Ablehnung, von Hinwendung zu einer Partei oder Abwendung, von Einschaltquoten, Hör-, Seh- und Kaufentscheiden usw. äussert. Eine Abhandlung über die politische Kommunikation, die dem komplexen Gegenstand gerecht wird, ist daher erst noch zu schreiben. Gewisse Entwicklungstendenzen können dennoch festgehalten wer­ den. 
Donsbach streicht dabei fünf Punkte im Verhältnis von Medien und Demokratie besonders hervor: Das politische Interesse der Bürger steigt; es entsteht ein medienorientierter Politikertyp; es werden Ereignisse 284 v. Alemann 1997: 492. 285 Dies geht auch aus folgender Bemerkung v. Alemanns (1997: 494) hervor: «Die Bevöl­ kerung kann dieses Miteinander und Gegeneinander, diesen Schlagabtausch von Insze­ nierungen und Skandalen, - und -Rufen nur wie sprachlose Zuschauer beim Tennis beobachten: mit offenem Mund von links nach rechts blickend.» 120
        

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