Gesetzlicher Richter und Legislative verhindert sei und die Vorstellungswerber für diesen Fall die Rück­ nahme des Ablehnungsgesuches erklärt hätten.249 Der Gesetzgeber hat gegen dieses Problem zum Teil Abhilfe geschaffen. So sieht er in Art. 3 Abs. 5 LVG, in Art. 12 Abs. 5 LVG und in Art. 4 Abs. 2 StGHG Ersatzbestellungen vor, wenn das Gericht auch durch Herbei­ ziehung der Stellvertreterrichter nicht richtig bestellt werden kann. Die Lösung, die meines Erachtens dem Problem sowie Sinn und Zweck des Art. 33 Abs. 1 LV am besten gerecht würde, den Gerichtsappa­ rat aber auch nicht unnötigerweise personell aufblähte, wäre die Er­ nennung einer bestimmten Anzahl von Richtern, aus deren Mitte immer dann ein Richter zur Entscheidung eines Falles berufen wäre, wenn auch die Zahl der Stellvertreterrichter - in welchem Gericht auch immer - nicht mehr ausreichen würde, um ein spruchfähiges Gremium zu erhalten.250 Eine andere, mit Blick auf Art. 33 Abs. 1 LV ebenfalls begrüssens- werte Variante ist in einzelnen Ubersichten über die Verteilung der Geschäfte beim Landgericht zu finden: «Bei gleichzeitiger Abwesenheit beziehungsweise gleichzeitigem Vorliegen eines Ausschliessungs- oder Ausstandsgrundes des Stellvertreters ist dessen Stellvertreter der in der Gerichtsabteilung folgende Landrichter.»251 Es ist also nicht grundsätzlich ausgeschlossen, bei einem allfälligen Manko an Stellvertreterrichtern individuell-konkreten Ersatzbestellun­ gen insoweit auszuweichen, als bereits auf generell-abstrakter bezie­ hungsweise individuell-abstrakter Stufe Vorsorge gegen dieses Manko getroffen wird. Daher muss auch hier die Frage aufgeworfen werden, ob 249 StGH 1984/2 V, Urteil vom 15. Februar 1985 (LES 1985 73: «Kunsthaus II»). Zum Kunsthausfall bzw. zur Staatsgerichtshofaffäre eingehend: 
Waschkuhn, System II 217 ff. sowie 
Seeger, Bericht 5 ff. und die dortigen Literaturhinweise; ferner: 
Schäffer 9 ff.; StGH 1984/2, Urteil vom 30. April 1984 (LES 1985 65 ff.: «Kunsthaus I»); StGH 1987/13, Urteil vom 27. November 1989 (n.p.); StGH 1984/2 V, Urteil vom 20. November 1990 (LES 1992 4 ff.); Landtagsprotokoll, Sitzung vom 21. Dezember 1988 S. 1668-1682. Zur ständigen Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes betreffend den Ausstand der Staatsgerichtshofrichter s. insbesondere StGH 1982/1-25 V, Urteil vom 15. Oktober 1982 (LES 1983 74 ff.), und StGH 1983/1 V, Urteil vom 15. Dezember 1983 (LES 1984 65 ff.). 250 Dazu kommt selbstverständlich die Schaffung der nötigen verfassungs- und gesetzes­ rechtlichen Grundlagen, insbesondere die Vorherbestimmung der Methode, nach welcher der betreffende  aus jener Mitte zu berufen wäre. 251 So bspw. die «Ubersicht über die Verteilung der Geschäfte beim Fürstlichen Land­ gericht Vaduz» in LJZ 1994 37. 214
        

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