Vorbehaltprinzip 2. Weiter enthalten Verfassung und Gesetz etliche Bestimmungen, die bestimmte Anforderungen an die Person des Richters stellen.158 Im Rahmen dieser Arbeit soll nur die wichtigste der persönlichen Anforde­ rungen einer Untersuchung unterzogen werden: das Erfordernis der Rechtskundigkeit (s. unter d.). b. Die Zahl der Richter Die angegebenen Zahlen sind, sofern sie überhaupt festgelegt wurden, zugleich Mindest- und Höchstzahlen. Sie sind zwingend und dürfen nur im Wege einer Verfassungs- beziehungsweise Gesetzesrevision abgeän­ dert werden. aa. Die Gerichte des Zivil- und des Strafrechts 1. Weder Verfassungs- noch formelles Gesetzesrecht haben die Gesamt­ zahl der zu ernennenden 
Landrichter im Voraus festgelegt. In der Ver­ fassung heisst es nur: Art. 102 Abs. 2 LV: «In bürgerlichen Rechtssachen wird die Ge­ richtsbarkeit in erster Instanz durch einen oder mehrere Einzel­ richter ausgeübt.» Art. 102 Abs. 4 LV: «Die Gerichtsbarkeit in Strafsachen wird in ers­ ter Instanz beim Landgerichte von diesem, allenfalls vom Schöffen­ gerichte, vom Kriminalgerichte und vom Jugendgerichte ausgeübt.» Es ist dies der einzige Fall, da der Verfassungsgeber und der formelle Ge­ setzgeber es unterlassen haben, die Zahl der Spruchkörper in einem Gesetz im Voraus abschliessend zu bestimmen. Aus praktischen Grün­ den hat er dies der Bestimmung durch den Landtag überlassen. 158 S. FN 165, FN 166 und die Ausführungen betr. die  Zuständigkeit unter III. Vorrangprinzip (B. Verstoss gegen Vorschriften der gerichtlichen Zusammenset­ zung, d. Verstoss gegen die Anforderungen an die Person des Richters). 177
        

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