Vorbehaltprinzip 4. Zusammensetzung der gerichtlichen Institutionen Vorwiegend drei Elemente bestimmen die Zusammensetzung der ge­ richtlichen Institutionen: die 
Zahl der in den Gerichten jeweils fungie­ renden Richter, die verschiedenen 
Funktionen, die innerhalb eines Spruchkörpers wahrgenommen werden, und schliesslich 
bestimmte An­ forderungen an die Person des Richters, d.h. bestimmte Vorausset­ zungen, die in der Person des einzelnen Richters erfüllt sein müssen.156 Unabhängig von der Tatsache, dass diese die Zusammensetzung der Gerichte bestimmenden Elemente zum Organisationsrecht zu rechnen sind, stellt deren positivrechtliche Vorherbestimmung eine der Grundvoraussetzungen dafür dar, dass Entscheidergebnisse nicht durch diesbezügliche Manipulationen beeinflusst werden können. Nachstehend findet sich ein Uberblick über die Modalitäten in der Zusammensetzung der Gerichte, die der Verfassungs- und/oder der Ge­ setzgeber positivrechtlich einer Regelung unterzogen hat (A). Im An- schluss daran soll geprüft werden, wieweit dabei das Vorbehaltprinzip be­ achtet werden muss beziehungsweise tatsächlich beachtet worden ist (B). A. Positivrechtliche Vorherbestimmung a. Allgemeines zu Zahl, Funktionen und Anforderungen 1. Die Fixierung der Zahl der Richter bezieht sich entweder auf die Ge­ samtheit der in einem Fall urteilenden Richter oder auf die Gesamtheit der einen Spruchkörper konstituierenden Richter. Und richterliche Funktion> meint hier die Eigenschaft, in welcher ein Richter tätig wird: als Präsident beziehungsweise Vorsitzender eines Gerichts, als Vizeprä­ sident beziehungsweise Ersatzvorsitzender, als Beisitzer beziehungswei- 103 ff.); StGH 1994/9 und StGH 1994/11, Urteil vom 23. Juni 1994 (LES 1994 106 ff.); StGH 1994/1, Urteil vom 23. Juni 1994 (LES 1994 99 ff.). Was im Weiteren die umfangreichen Kompetenzen des Staatsgerichtshofes betrifft, spricht 
Waschkuhn von einer «Omnipotenz des Staatsgerichtshofes», einer Mixtur von Zuständigkeiten, die die Klarheit der Aufgabenstellung eines als Verfassungsgericht konzipierten Ge­ richtshofes spürbar vermissen lasse. 156 Einen Uberblick gibt 
Oehry, Bestellung 145 f. Ferner mit Bezug auf den Obersten Gerichtshof: 
Kohlegger, OGH 147 f. 175
        

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