§ 1 Einleitung Die geltende, aus dem Jahre 19211 stammende Verfassung des Fürsten­ tums Liechtenstein beruht auf dem fundamentalen Gedanken der Rechtsstaatlichkeit. «Rechtsstaat» als Gegenbegriff zum absolutistischen Polizeistaat meint einen Staat, «dessen Staatstätigkeit einerseits auf die Verwirklichung von Recht ausgerichtet sowie andererseits durch die Rechtsordnung begrenzt ist und in dem die Rechtsstellung des einzelnen durch garantierte Rechte (z.B. Grundrechte) gesichert ist.»2 Während Rechtsstaat materiell die Verpflichtung der Staatsgewalten auf die Rechtsidee der Gerechtigkeit bedeutet, geht der formelle Rechtsstaats­ begriff von der Bindung der Staatsgewalten an ein vom Volk mittelbar oder unmittelbar gesetztes Recht und von der Uberprüfbarkeit staat­ licher Massnahmen durch unabhängige Gerichte aus.3 Da die Tätigkeit dieser Gerichte die Äusserung staatlicher Gewalt gegenüber dem Einzelnen ist, bedarf sie zunächst der Legitimierung.4 Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Rechtsprechungsaufgabe mono­ polartig der dritten Staatsgewalt zugewiesen ist. Ziel der Einrichtung unabhängiger Gerichte ist die Gewährung von Rechtsschutz im Verhältnis des Einzelnen zum Staat und im Verhältnis der Einzelnen untereinander. Der Grundsatz des gerichtlichen Rechts­ schutzes verbunden mit dem Anspruch auf rechtliches Gehör gegenüber staatlichen Eingriffsakten durch unabhängige, gesetzlich festgelegte Richter stellt neben dem Grundsatz der Demokratie, der Gewaltentren­ nung, des Vorrangs der Verfassung, des Vorrangs und des Vorbehalts des Gesetzes und der Rechtssicherheit unbestreitbar eine der zentralsten LGB1. 1921 Nr. 15. Digel/Kwiatkowski 506 unter . Vgl. 
Digel/Kwiatkowski 506 unter . Vgl. 
Beyeler 25. 17
        

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