Gesetzlicher Richter und Legislative StGH 1974/8:4 Der Gesetzgeber ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorschriften des Art. 33 Abs. 1 LV den Gang der Rechtsprechung in einem Gesetz zu regeln. Das materielle Gewicht eines Anspruches (in Zivilsachen der Streitwert, in Strafsachen der Wert der entwen­ deten oder veruntreuten Gegenstände) bilden ein sachlich begrün­ detes und verfassungskonformes Unterscheidungsmerkmal für die Zuteilung innerhalb der Gerichtsorganisation.5 StGH 1983/6:6 Die Verfassung des Fürstentums Liechtenstein (man vergleiche insbesondere Art. 2 LV und Art. 7 LV) beruht auf dem Prinzip der Gewaltenteilung. Die Zuordnung einer Materie in die Kompetenz der Verwaltung oder der Gerichtsbarkeit trifft der Gesetzgeber. Zu dieser Abgrenzung durch einfaches Gesetz ist er grundsätzlich frei. Zunächst muss die Legislative eine grundsätzliche Verteilung von Kom­ petenzen zwischen der Judikative einerseits und den anderen drei staat­ lichen Gewalten (Legislative, Exekutive und Landesfürst) andererseits vornehmen. Dies geschieht durch örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeitsbestimmungen.7 Dann ist es Aufgabe der Legislative, die erforderlichen rechtlichen Grundlagen für die Zusammensetzung der Gerichte, die  Zuständigkeit der Richter wie auch die Ge­ schäftsordnung der Gerichte bereitzustellen. Neben zahlreichen Verfas­ sungsbestimmungen (namentlich Art. 97 bis Art. 109bis LV) sind die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen in diesem Zusammenhang: - für die Zivil- und Strafgerichtsbarkeit: das Gerichtsorganisations­ gesetz (GOG),8 das Jugendgerichtsgesetz (JGG),9 die Jurisdik­ tionsnorm (JN)10 und die Geschäftsordnung für das Landgericht;11 Urteil des StGH vom 27. Mai 1974 (ELG 1973-1978 370 f.). StGH 1974/8, Urteil vom 27. Mai 1974 (ELG 1973-1978 370). Urteil des StGH vom 15. Dezember 1983 (LES 1984 73 f.). Z.B. 
Beyeler 26. Gerichtsorganisations-Gesetz vom 7. April 1922, LGB1. 1922 Nr. 16 i.d.g.F. Jugendgerichtsgesetz vom 20. Mai 1987, LGB1. 1988 Nr. 39 i.d.g.E Gesetz vom 10. Dezember 1912 über die Ausübung der Gerichtsbarkeit und die Zu­ ständigkeit der Gerichte in bürgerlichen Rechtssachen (Jurisdiktionsnorm), LGB1. 1912 Nr. 9/2 i.d.g.F. Verordnung der Regierung betr. die Geschäftsordnung für das Fürstliche Landge­ richt in Vaduz vom 31. Dezember 1969, LGB1. 1970 Nr. 3 i.d.g.F. 140
        

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