Bereich (z. B. bei Pfalzen) baute man weiterhin in 
Stein. Auch die Kirche nutzte die vorhandenen 
Kenntnisse und fungierte so als Wahrerin der römi- 
schen Bautradition. 
Die Landbevölkerung lebte in Dörfern und weiler- 
artig angelegten Höfen. Die Wahl des Siedlungsplat- 
zes wurde einerseits bestimmt durch das Vorhanden- 
sein von Wasser und gutem Boden, andererseits sind 
auch fortifikatorische Überlegungen nicht auszu- 
schliessen. 
Es sind bisher kaum alamannische Siedlungen ergra- 
ben.“ Wir kennen aber aus zwei Gesetzessammlun- 
gen, dem Pactus Alamannorum und der Lex Ala- 
mannorum (beide 1. Hälfte des 7. Jahrhunderts, in 
der gleichen Zeit entstanden wie die alamannischen 
Gräberfelder von Schaan und Eschen), Beschreibun- 
gen von Gebäuden. Das einräumige Wohnhaus mit 
einem offenem Dachstuhl hatte repräsentative Funk- 
tion. Neben dem Herrenhaus gab es Unterkünfte für 
Abb. 15: Lausen-Bettenach (Kanton Basel-Landschaft). 
Rekonstruktionsversuch einer ländlichen Siedlung aufgrund der 
Grabungsergebnisse. Kirche aus Stein mit Friedhof, umgeben 
von einzelnen, eingezäunten Gehöften in Holzbautechnik. 
  
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Abb. 16: Gamprin, Bendern-Kirchhügel, Grabung 1968-1977. 
Grundriss des ältesten, profanen Gebäudes (schwarz) mit der 
ersten Kirchenanlage mit Rechteckchor (grau). 
das Gesinde. Zum Hof gehörten zudem Stallgebäu- 
de für die Tiere und Speicher für Getreide und Heu. 
Das Wohnhaus und die Stallgebäude waren als 
ebenerdige Pfostenbauten angelegt. Bretter oder 
lehmverschmiertes Flechtwerk bildeten die Wände.® 
Wie schon in der Urgeschichte wurden die Masse der 
Türen möglichst klein gehalten. Der Rauch des Herd- 
feuers entwich durch das mit Stroh oder Schilf ge- 
deckte Dach. Die Speicher standen auf einem Rost 
mit Pfostenunterbau. Eingetiefte Grubenhäuser, 
deren Satteldächer direkt auf dem Boden aufgestützt 
waren, hatten die Funktion von Webhütten, Bad-, 
Koch- und Backhäusern. 
Ein oder mehrere Gehöfte bildeten eine Siedlung. 
Hofbegrenzungen in Form von Hecken und Zäunen 
dienten dem Abstecken des eigenen Areals. Dieser 
Hoftypus mit Wohnhaus als Mittelpunkt und den 
darum herum gruppierten Gebäuden hat sich nir- 
gends im alamannischen Raum gehalten oder wei- 
terentwickelt. 
Über die alamannischen Dörfer auf den heutigen 
Das Haus, in dem wir wohnen 
 
        

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