Abb. 10: Schema einer Hypokaustanlage. 1 Feuerungsraum 
(präfurnium), 2 Heizkanal, 3 Hypokaustpfeiler, 4 Suspensura- 
platten, 5 Mörtelfussboden, 6 hohle Wandziegel (tubuli). 
nen sehr selten.” In einzelnen Räumen waren Hy- 
pokaustheizungen® eingezogen. Andere erwärmte 
man mit transportablen Kohlebecken. 
Das Haupthaus war vielfach nur eingeschossig. Das 
Dach war entweder mit massiven Ziegeln auf flach 
geneigten Dachstühlen oder mit Holzschindeln ge- 
deckt. 
Die mancherorts vorhandenen Badegebáude dienten 
der gewohnten Gesundheitspflege. Sie wurden ent- 
weder als frei stehende Gebäude wie in Schaanwald 
oder Sargans (Kanton St. Gallen) errichtet oder ins 
Haupthaus integriert wie zum Beispiel in Nendeln. 
Ihre Ráume folgten einem vom Badebetrieb be- 
stimmten Schema — zuerst kam der Umkleideraum 
(apodyterium), dann folgten das Kaltbad (frigidari- 
um), das Laubad (tepidarium) und schlussendlich das 
Warmbad (caldarium). Lau- und Warmbad wurden 
durch Hypokaustanlagen beheizt. 
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Die pars rustica grosser Villen umfasste meist mehre- 
re Gebáude: Stallungen, Scheunen, Wirtschaftsge- 
báude (Mühle, Backhaus), Tiefbauten (Aquádukte, 
Brücken, Strassen) und eine alles umfassende Hof- 
mauer. Zumeist waren auch Wohn- und Wirtschafts- 
teil voneinander abgegrenzt Das Ensemble war 
von Zweckmässigkeit geprägt. 
In Liechtenstein siedelte man in rômischer Zeit auf 
Inselbergen (Gutenberg in Balzers), auf abgesetzten 
Kuppen (Krüppel oberhalb von Schaan) oder auf Ter- 
rassen an Berghängen (Nendeln, Mauren, Schaan- 
wald, Triesen). Gleichartige Siedlungslagen kennen 
wir aus Vorarlberg und aus dem Bündnerland. 
Die ältesten erhaltenen Reste der rômischen Villen- 
anlagen im heutigen Gebiet von Liechtenstein sind 
an das Ende des 1. oder den Beginn des 2. Jahrhun- 
derts nach Christus zu stellen. 
Abb. 11: Nendeln, Im Feld. Rômische Villa mit den beiden 
prähistorischen Gruben, Grabung 1893-1 896 und Grabung 
1973-1974. 
  
Das Haus, in dem wir wohnen 
 
        

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