gebettete grosse Steine. Aussen und innen war der 
Wall wahrscheinlich mit je einer Böschungsberme 
versehen. Zwei Vorwälle dienten als weitere Hinder- 
nisse. Der südliche Vorwall hatte eine Länge von 
zirka fünfzig Metern, die Basisbreite belief sich auf 
vierzehn Meter. Unter einer Lössanschüttung ver- 
barg sich eine zweiphasige Mauer, deren Breite 2,00 
bis 3,50 Meter und deren Höhe drei Meter erreichte. 
Der Kern bestand aus grossen Steinen in Trocken- 
mauertechnik. Über den zweiten Vorwall wissen wir 
so gut wie nichts, da er durch den Bau eines Was- 
serspeichers zerstört wurde. 
Auf dem Runden Büchel in Balzers wurden zwei be- 
nachbarte, aus dem Felsen ausgeschrotete Haus- 
grundrisse dokumentiert.“ Das ältere Gebäude 
stammt aus der Zeit um 400 vor Christus;* von ihm 
haben sich Reste einer Trockenmauer und eine Feu- 
Abb. 9: Balzers, Runder Büchel, Areal Foser, Grabung 1981- 
1982. 1 Das Gefäss mit einer Hausdarstellung auf der Schulter- 
zone stammt aus dem Bereich des eisenzeitlichen Brandgräber- 
felds (6./5. Jh. v.Chr.). 2 Zeichnung mit Ergänzungen (grau). 
  
59 
erstelle erhalten. Die Fläche betrug zirka 6,50 mal 
4,00 Meter. Das Dach war mit Steinplatten bedeckt 
oder beschwert. Die aufgehenden Wände bestanden 
aus Holzbalken, deren Ritzen mit Lehm verstrichen 
waren. Das Haus wurde zu einem unbekannten Zeit- 
punkt durch Feuer zerstört. Das daneben liegende, 
jüngere Gebäude (zirka 200 v. Chr.) ist wegen der 
Erosion viel schlechter erhalten. Daher ist der Grund- 
riss nicht mehr rekonstruierbar. Eine Feuerstelle lässt 
auf die Verwendung als Wohngebäude schliessen. 
Die Ritzzeichnung eines eisenzeitlichen Hauses auf 
einem Gefáss'* aus dem Brandgráberfeld Runder 
Büchel-Areal Foser gibt uns Hinweise, wie die aufge- 
henden Teile der Háuser ausgesehen haben kónnten. 
Die Darstellung zeigt uns ein Gebáude von vorne. 
Die Front wird durch drei vertikale Stánder angedeu- 
tet. Unterhalb des Dachs nimmt ein horizontaler Bal- 
ken mit Hilfe von Schrágbalken die Last des Dachs 
auf. Das Dach selbst ist perspektivisch dargestellt. 
Ähnliche Zeichnungen gibt es auf zeitgleichen Fels- 
bildern in der Valcamonica (Italien). 
Rómerzeit (15 v. Chr.-476 n. Chr.) 
Um das Jahr 15 vor Christus führten die beiden Stief- 
sóhne des Kaisers Augustus, Drusus und Tiberius, 
den so genannten Alpenfeldzug gegen die Bewoh- 
ner des mittleren Alpengebiets und des Alpenvorlan- 
des durch. Von diesem Zeitpunkt an war das Gebiet 
des heutigen Fürstentums Liechtenstein Teil des ró- 
mischen Reichs. 
Unter Kaiser Claudius (41-54 n. Chr.) wurde als Ver- 
waltungseinheit die Provinz Rátien geschaffen, zu 
der auch das Alpenrheintal gehôrte. Augusta Vinde- 
licum, das heutige Augsburg (Bayern), wurde zum 
Das Haus, in dem wir wohnen 
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.