Zerstörungen durch Hochwasser oder Brand waren 
häufig. 
Von den Siedlungen auf Trockenböden sind meist 
nur Herdstellen, Gruben oder Pfostenlöcher erhal- 
ten. Die in Süddeutschland oder im Schweizer Mit- 
telland gefundenen Reste deuten auf langgestreckte 
Pfostenhäuser hin, die in streng geordneten Reihen 
angelegt wurden. Die Art der Anlagen sowie die 
Bautechniken dürften jenen in den Seeufersiedlun- 
gen ähnlich sein. 
In Liechtenstein und im angrenzenden Gebiet des 
Kantons Graubünden sind bisher kaum Hausgrund- 
risse ausgegraben worden. Einzig im Areal Acker- 
mann in Chur (Kanton Graubünden), liessen sich 
Pfostenstellungen von einem oder zwei Hausgrund- 
rissen ohne Herdstellen aus der Zeit der Lutzen- 
güetle-Kultur (um 4000 v. Chr.) dokumentieren. Die 
Gebäude dürften Ausmasse von zirka 2,50 mal 6,00 
Meter und 3,00 mal 6,00 bis 7,00 Meter gehabt 
haben.” 
In Liechtenstein wurde an den neolithischen Fund- 
stellen, wie zum Beispiel Lutzengüetle und Borscht, 
nie die gesamte Siedlungsfläche ausgegraben.“ Die 
dokumentierten Pfostensetzungen geben keine 
nachvollziehbaren Hausgrundrisse zu erkennen. Die 
Gruben, Steinsetzungen und Herdstellen bieten zu 
wenig Anhaltspunkte für Rückschlüsse auf die Grös- 
se und Art der Siedlungen und auf die Menge der 
dort lebenden Menschen. Dennoch ist anzunehmen, 
dass die Hausformen, die Grösse der Siedlungen und 
die verwendete Bautechnik in etwa denen der 
Feuchtbodensiedlungen entlang der mitteleuropäi- 
schen Seen entsprochen haben. 
Auf dem Lutzengüetle wurde die neolithische Sied- 
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lung in einer geschützten Furche (15-20 m breit, 
zirka 50 m lang) zwischen zwei Felsköpfen angelegt. 
Das Dorf bestand wahrscheinlich aus mehreren Häu- 
sern. Sowohl deren Ausrichtung als auch ihre Aus- 
masse sind nicht bekannt.” 
Ebenso schwierig ist es beim derzeitigen Forschungs- 
stand, die Art der neolithischen Siedlung auf dem 
Borscht zu rekonstruieren. Die Pfostenlöcher, Gruben 
und Herdstellen ermöglichen keine Aussage zur in- 
neren Struktur der Siedlung. Wahrscheinlich war das 
Dorf unbefestigt.” 
Bronzezeit (2200-800 v. Chr.) 
Der Übergang von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit 
verlief nicht mit einer so einschneidenden Zäsur wie 
der Wechsel von der Mittel- zur Jungsteinzeit. Zuerst 
ersetzte das Kupfer, später dann die Bronze bei be- 
stimmten Gerätschaften und Schmuckformen die 
vorher üblichen Materialien Knochen und Stein. Die 
Spezialisierung und das Entstehen von neuen Be- 
rufen wie zum Beispiel des Erzprospektors, des Berg- 
manns oder des Bronzeschmieds führten zu Verän- 
derungen in der Sozialstruktur. Dies fand seinen Nie- 
derschlag in den Siedlungen. 
Die Kupfervorkommen in den verschiedenen Alpen- 
regionen initiierten die verstärkte Besiedlung dieser 
Gebiete.? Die Siedlungsflächen vergrösserten sich im 
Lauf der Bronzezeit durch die steigende Bevölke- 
rungszahl und durch die längere Besiedlungsdauer. 
Am Ende des 16. Jahrhunderts vor Christus bewirkte 
eine Klimaverschlechterung kühlere Temperaturen. 
Die damit einhergehende Zunahme der Nieder- 
schlagsmengen verursachte den Anstieg der See- 
spiegel. Als Folge wurden die Siedlungen vom See- 
Das Haus, in dem wir wohnen 
 
        

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