wurden Betriebs- und Nichtbetriebsunfallversiche- 
rungen 1931 und 1932 gesetzlich auf praktisch alle 
in Fabriken und Gewerbebetrieben Beschäftigten 
ausgedehnt, 1937 auch auf das Dienstpersonal wie 
Mägde, Knechte, Gesellen. Das waren wichtige Kno- 
ten eines sozialen Netzes. 1937 kam ein Arbeiter- 
schutzgesetz zustande, das auch die Arbeitskräfte 
ausserhalb der Fabriken schützte. 
Die Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung (AHV) 
konnte in Liechtenstein trotz früheren Anläufen erst 
nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt werden, sie 
passierte 1952 die Volksabstimmung knapp. Die In- 
validenversicherung (IV) folgte 1960. Ein Jahrzehnt 
später schloss 1969 die Einführung der Arbeitslosen- 
versicherung (ALV) eine weitere Lücke; die ersten 
Auszahlungen wurden 1975 nötig. 1988 wurde 
dann auch das Obligatorium der betrieblichen Perso- 
nalvorsorge (Pensionskasse) eingeführt, mit beschei- 
denen Leistungen. 
Bildung und Kultur 
Anfangs des Jahrhunderts und auch noch zu Beginn 
der 1930er Jahre konnten Kinder und Jugendliche in 
Liechtenstein gerade einmal die Volksschule sowie 
allenfalls die Realschule in Vaduz besuchen. In 
Eschen kam eine Realschule dazu. Weiterführende 
Ausbildungsstátten — Gewerbeschule, Gymnasium, 
Lehrerseminar, Universitát — standen nur im Ausland 
zur Verfügung. Ein erstes Gymnasium richteten 1937 
die aus Deutschland vertriebenen Maristenbrüder 
mit dem Collegium Marianum in Vaduz ein. Aus die- 
sem ging das heutige staatliche Liechtensteinische 
Gymnasium (LG) hervor. Als Hóhere Technische 
Lehranstalt wurde 1961 das Abendtechnikum Vaduz 
gegründet, die spátere Liechtensteinische Ingenieur- 
Schule (LIS) beziehungsweise heutige Fachhoch- 
schule Liechtenstein (für Technik, Wirtschaft, Gestal- 
ten). Auf der universitáren Ebene hat 1986 die Inter- 
nationale Akademie für Philosophie (IAP) in Liech- 
tenstein ihre Lehrtátigkeit aufgenommen. Im Jahr 
1987 ist das Liechtenstein-Institut gegründet wor- 
den. Es betreibt wissenschaftliche Forschung in den 
Bereichen Geschichte, Recht, Wirtschafts-, Politik- 
und Sozialwissenschaft. 1999 hat das Senioren-Kol- 
leg Liechtenstein seine Vorlesungen auf univer- 
sitárem Niveau aufgenommen. Neben diesen Institu- 
tionen sind das Heilpádagogische Zentrum in Schaan 
(seit 1969), das Netz staatlicher Kindergárten, die 
ausgebauten Ober- und Realschulen zu nennen, 
auch private Schulen, im Bereich von Kunst und Kul- 
tur natürlich das Theater am Kirchplatz (TaK), die 
Staatliche Kunstsammlung, die Musikschule, die 
Kunstschule, auch die überaus zahlreichen Vereine 
mit karitativen, kulturellen und sportlichen Zielen. 
Internationalisierung Liechtensteins 
Einleitung 
Der Völkerbund hatte Liechtenstein 1920 noch den 
Beitritt verweigert; das Fürstentum sei zu klein für 
einen vollgültigen Staat, befanden alle Völkerbunds- 
mitglieder mit Ausnahme der befürwortenden 
Schweiz. Nach Überstehen des Zweiten Weltkriegs 
konnte Liechtenstein 1950 immerhin Mitglied beim 
Internationalen Gerichtshof in Den Haag werden. 
Schrittweise, langsam zuerst, in jüngster Zeit gerade- 
zu kaskadisch, folgte die Integration in mehrere in- 
ternationale Organisationen. Seit 1960 beteiligte 
sich das Lándchen - zusammen mit der Schweiz — an 
der EFTA, allerdings zunáchst nur assoziiert. Die 
 
        

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