Peter Zumthor, war für die Auslobung zuständig. Sie 
hat dem neuen Trend des modernen Minimalismus 
der Deutschschweiz die Tür geöffnet. Bei der Durch- 
sicht jüngerer Wettbewerbe fällt die zunehmende 
Zahl international bekannter Namen unter den Teil- 
nehmern auf: Carlo Baumschlager und Dietmar 
Eberle, Karljosef Schattner, das Atelier 5, Günther 
Domenig, noch immer Luigi Snozzi, Heinz Tesar, 
Max Dudler, Ortner und Ortner und aus der jünge- 
ren Generation der Deutschschweiz unter anderem 
Gigon und Guyer, Morger und Degelo, Bearth und 
Deplazes, Stürm und Wolf, Althammer und Hochuli. 
Die grossen Wettbewerbe gehen tendenziell an Aus- 
wártige — von einer Überraschung abgesehen. Bei 
der Erweiterung des Liechtensteinischen Landesmu- 
seums in Vaduz hatte der sogar hierzulande vóllig 
Abb. 12: Bankgebäude in Vaduz, 2000 bis 2001; Architekt Hans 
Hollein, Wien. Form ist Imagepflege. Der organische, in Fassa- 
de und Dach geschwungene Baukórper verleiht dem Bankge- 
báude einen unverkennbaren Charakter. Die grüne Farbe dient 
dem gleichen Ziel. Den Part des gestalterischen Ausdrucks 
übernehmen die in der Breite genormten, in Hóhe und Konstel- 
lation aber frei verfügbaren Fensterschlitze. Hans Hollein, ein 
gewiefter Altmeister der Postmoderne, hat stets die expressive 
Gestalt der Architektur gesucht. 
  
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unbekannte Liechtensteiner Frank Brunhart gegen 
die hochkarátige internationale Konkurrenz die Nase 
vorn. 
Was haben die Offnung nach Europa und der ver- 
stärkte internationale Einfluss in der Liechtensteiner 
Architektur verändert? Vordergründig liegt nun die 
Stararchitektur im Trend. Firmen haben schnell be- 
griffen, dass international renommierte und modi- 
sche Architektur dem Image dienlich sein kann. Zwei 
private Konkurrenzen wurden letzthin von gefälligen 
Trendsettern gewonnen, dem Wiener Altmeister der 
Postmoderne Hans Hollein und dem Engländer 
David Chipperfield. Das Rustikale, das vor kurzem 
noch gefragt war, sei nun in Kreisen der Geschäfts- 
welt aus der Mode gekommen, stellen die ortsansäs- 
sigen Architekten fest. Modernes Bauen gilt nun als 
schick und weltmännisch, auch wenn die Vorstellun- 
gen über die Formen bei den Bauherren eher diffus 
sind. Erwünscht sind moderne Trendbilder und nicht 
etwa das Wagnis zum Experiment. 
Die Architektur des Kunstmuseums hat zweifellos 
nicht nur das Publikum, sondern auch die Architek- 
ten abrupt dem neuen Trend der minimalistischen 
Baukultur gegenübergestellt. Die Basler Architekten- 
gemeinschaft Morger, Degelo und Kerez zählen in 
der Schweiz zu den führenden und konsequenten 
Vertretern dieser neuen Moderne. Ihr Bau ist der 
Bote einer Architektur, wie sie in dieser formalen 
Radikalität hierzulande noch nie auftrat und bisher 
eigentlich undenkbar war. Moderne Tendenzen wur- 
den stets in einer gemässigten «weichen» Formge- 
staltung aufgenommen, etwa über den Modernis- 
mus von Sommerlad oder den Regionalismus von 
Gisel. Das Kunstmuseum konnte im zweiten Anlauf 
Zeitgenössische Baukultur: Findlinge in der Streusiedlung 
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