Abb. 9: Einfamilienhaus Marogg in Triesen, 1994 bis 1995; Ar- 
chitekt Silvio Marogg. Das Konzeption des Atriumhauses greift 
auf Entwurfsideale der frühen Moderne der 1920er Jahre 
zurück, ähnlich einiger Projekte der Basler Architekten Diener & 
Diener. Die offene Grundrisslösung mit dem zentralen Atrium 
gibt dem Wohnen einen gemeinschaftlichen Sinn. Originell ist 
die Eingangssituation mit «Tor» und erhöhtem Vorplatz. 
Deren nüchterne Entwurfsmethoden hat die Liech- 
tensteiner Architekten ohne Zweifel angesprochen. 
Das Spannungsfeld zwischen klassizistischen und 
modernen Architekturtraditionen, das intensiv aus- 
gelotet wurde, liess breiten Spielraum für Baulösun- 
gen mit einfachen und schnörkellosen Formen. Diese 
Architektur verlangt kein überstrapaziertes Wagnis, 
sondern «nur» solide Kenntnisse des Bauens. Zwei 
Beispiele neuerer Gebäude von Silvio Marogg ver- 
mögen diese Haltung zu illustrieren. Bei der Wohn- 
siedlung an der Äulestrasse in Triesen von 1995 erin- 
nern die kargen Kuben, in Sichtbetonstein gemauert 
und mit einer spielerischen Kombination akzentuier- 
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ter Öffnungen, an traditionelle Typologien von 
Mehrfamilienhäusern in Vorstädten. Für das eigene 
Wohnhaus in Triesen aus dem gleichen Jahr nutzte 
der Architekt moderne Motive in einer Weise, wie sie 
auch Diener & Diener häufig verwenden. Bargetze 
und Partner haben bei der Wohnsiedlung Sunnaberg 
ebenfalls auf moderne Erfahrungen zurückgegriffen. 
Auch die Arbeit mit einfachen Typologien des Holz- 
hauses, die vor allem in der Streusiedlung gelegent- 
lich zu beobachten sind, kann in diesem Umfeld ge- 
sehen werden. Diese Häuser repräsentieren zwar 
nicht gerade hochstehende Architektur, wirken aber 
willentlich definiert und wohltuend einfach gegen- 
über dem sittlich-ländlichen und kitschigen Land- 
Abb. 10: Reihenhaussiedlung in Triesen, 1994 bis 1995; Archi- 
tekten Bargetze und Partner. Winkelfôrmig aufeinander bezoge- 
ne Reihenhäuser stehen im Wechselspiel mit einem kleinen 
Mehrfamilienhaus und dem gemeinschaftlichen Aussenraum. 
Duplexhäuser wurden in leichtem Split-Level organisiert und 
mit individuellen Loggien und Vorgärten ausgestattet. Der Ent- 
wurf schliesst an modernistische Tendenzen der neueren 
Schweizer Architektur an. 
  
Zeitgenössische Baukultur: Findlinge in der Streusiedlung 
 
        

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