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Walter Walch Architektur ist Ausdruck einer bestimmten Zeit, 
Neuere Architekturwettbewerbe einer gesellschaftlichen wie kulturellen Haltung 
  
und wirtschaftlichen Situation. Jahrhundertelang 
war die liechtensteinische Baukultur geprägt von 
der einfachen Bauaufgabe eines Wohnhauses mit 
Stall, vorwiegend in Holzbauweise errichtet. Ange- 
wiesen auf die intensive Nutzung des raren land- 
wirtschaftlichen Bodens blieben die Dörfer bis in 
die Mitte des 20. Jahrhunderts weitest gehend 
kompakt und intakt. Das Baugeschehen spielte sich 
innerhalb der traditionell gewachsenen Dorf- und 
Wirtschaftsstrukturen ab. 
Mit dem Einsetzen einer stärkeren wirtschaftlichen 
Entwicklung und dem damit einher gehenden Struk- 
turwandel vom landwirtschaftlich geprägten Land 
zum Industrieraum und modernen Finanz- und 
Dienstleistungszentrum wurde auch das bislang eher 
behutsame Baugeschehen von einem ausserordentli- 
chen und geradezu aggressiven Wandel erfasst: Die 
Grundsätze der früheren Ortspolitik und die Weiter- 
entwicklung der traditionellen Siedlung wurden auf- 
gegeben. Die kompakten Dorfstrukturen zerfielen in 
Streusiedlungen, die grosse Teile des Talraums und 
der besiedelbaren Hanggebiete beanspruchten. Der 
neue Wohlstand führte zu Bauorgien, Bodenver- 
schwendung und vielfach zur Zerstörung der Orts- 
und Landschaftsbilder. 
Mitte der 1950er Jahre wurde auch das öffentliche 
Baugeschehen von dieser wirtschaftlichen Entwick- 
lung erfasst. Es waren Schulen, Verwaltungsbauten, 
Gemeindehäuser, Werkhöfe usw. notwendig. An- 
fänglich wurde der Grossteil dieser öffentlichen Bau- 
vorhaben direkt an Baufachleute zur Planung und 
Modernes Bauen 
 
        

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