1911 waren 488 «Kraftwagen» vom Ausland nach 
Liechtenstein gefahren, 1912 waren es bereits 548. 
1913 war allerdings wieder ein Rückgang auf 519 
Automobile zu verzeichnen. Die Herkunft der Auto- 
mobile zeigte in den Jahren 1911 und 1912 folgen- 
des Bild: 
Herkunftsland 1912 1911 
Österreich 149 99 
Schweiz 123 68 
Deutschland 91 86 
Frankreich 78 106 
Amerika 41 8 
England 24 20 
Italien 21 10 
Holland 7 3 
Spanien 5 x 
Belgien 4 5 
Russland 3 3 
Liechtenstein 1 2 
Ägypten 1 - 
Rumänien - 5 
Der zunehmende Automobilverkehr liess aber auch 
eine verstärkte Lobby entstehen. So suchten die 
Automobilbesitzer der Region im Jahr 1914 um eine 
Herabsetzung der Taxen nach. Dieses Anliegen 
wurde vom «Verband für Fremdenverkehr für Vor- 
arlberg und Liechtenstein» unterstützt. Regierung 
und Landtag entsprachen dem Gesuch, und ab 1. Ja- 
nuar 1915 galt die Vorschrift, dass für zehn Kronen 
an fünf beliebigen Tagen eines Kalenderjahrs Fahrten 
unternommen werden durften. 
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In Liechtenstein selbst waren Autobesitzer vor dem 
Ersten Weltkrieg eine Seltenheit. Das erste Auto in 
Liechtenstein kaufte ein Arzt um 1905. 1913 besas- 
sen die Firma Spoerry in Triesen und Friederike von 
Brand in Vaduz ein Auto. Ebenfalls waren in Liech- 
tenstein zwei Motorräder registriert. 
Das Problem des Automobilverkehrs fand durch den 
Ersten Weltkrieg eine vorläufige Lösung. Die Zahl 
der vom Ausland nach Liechtenstein fahrenden 
Autos nahm drastisch ab: 1914 waren es noch 311 
Autos, 1915 fiel die Zahl auf vierzig Kraftwagen. 
Schulwesen 
Die gesetzliche Grundlage des liechtensteinischen 
Schulwesens war das Schulgesetz von 1859. Gemäss 
diesem Gesetz oblag die gesamte Leitung des Schul- 
wesens der Regierung. Als zusätzliche Aufsichtsor- 
gane hatten der Schulkommissär und die Lokalschul- 
inspektoren zu wirken. Im Jahr 1913 besuchten 
1489 Schülerinnen und Schüler die Elementarschu- 
len. Seit 1858 bestand in Vaduz eine dreijährige Lan- 
desschule und seit 1906 in Eschen eine zweijährige 
Sekundarschule. Auf Gutenberg in Balzers wurde 
von Ordensschwestern eine Höhere Töchterschule 
geführt, die grösstenteils von Schülerinnen aus 
Deutschland besucht wurde. 
Die Schulpflicht dauerte seit 1873 für Knaben acht 
Jahre, nämlich vom angetretenen 7. bis zum vollen- 
deten 15. Lebensjahr, wobei sich jedoch das 9. 
Schuljahr der Knaben auf die Winterschule be- 
schränkte. Die Mädchen hatten ein Jahr weniger 
Unterricht, sie wurden bereits mit dem vollendeten 
14. Lebensjahr aus der Schulpflicht entlassen. 
Anschliessend an die Elementarschule wurde die so 
Liechtenstein im 19. Jahrhundert (1806-1914) 
 
        

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