Abb. 6: Sprengung des Ständehauses im Jahr 1970. Quelle: 
Landesmuseum. Bild Nr. 100/4/18A 
eigenes Ausstellungsgebäude erhalten. Dies wurde 
erreicht durch den in den Jahren 1968 bis 1970 
durchgeführten Umbau des nördlichen Nachbarge- 
bäudes des Verweserhauses, des heutigen Landes- 
museums. Die Pläne für das neue Landesmuseum 
stammen von Architekt Hans Rheinberger aus 
Vaduz. Die räumlichen Bedürfnisse im unmittelbaren 
Bereich des Regierungsviertels schienen mit dem Ab- 
schluss der Umbauarbeiten am Landesmuseum zu- 
nächst für einige Jahre abgedeckt worden zu sein. 
Bereits vor einiger Zeit war man dazu übergegangen, 
mit modernen Planungsinstrumenten die künftige 
bauliche Entwicklung des Zentrums von Vaduz zu 
bestimmen. Richt- und Überbauungspläne legten 
Nutzungen, Baulinien, maximale Gebäudehöhen 
sowie Ausnützungsziffern fest. So kam es auf der 
Basis der neuen Ortsplanung noch im Jahr des Ab- 
schlusses der Umbauarbeiten beim Landesmuseum 
zur Sprengung des alten Ständehauses, zwi- 
schenzeitlich Realschule, und des benachbarten 
«Lehrerhauses». Nachdem zunächst an den Bau 
  
einer Landesbibliothek gedacht worden war, wurde 
durch den Abbruch schliesslich Platz für ein neues 
Kunstmuseum geschaffen, welches jedoch erst drei 
Jahrzehnte später an anderer Stelle im Zentrum von 
Vaduz als Liechtensteinisches Kunstmuseum gebaut 
werden sollte. 
Für das auf der Westseite des abgebrochenen Stän- 
dehauses gelegene Grundstück wurde im Jahr 1970 
ein Wettbewerb unter liechtensteinischen Architek- 
ten zum Bau eines neuen Post- und Verwaltungs- 
gebäudes in Vaduz durchgeführt. Gewonnen wurde 
der Wettbewerb durch Architekt Franz Marok aus 
Schaan, dessen modern gestalteter Neubau das 
künftige Aussehen der Bauten im Zentrum von 
Vaduz massgeblich mitbestimmen sollte. Errichtet 
wurde das Post- und Verwaltungsgebäude in den 
Jahren 1973 bis 1975. 
Früher als erwartet meldeten sich in naher Nachbar- 
schaft für den Bereich des Regierungsviertels wieder 
neue Raumbedürfnisse an. Das Liechtensteinische 
Landesmuseum erfreute sich einer grossen Besucher- 
zahl und benötigte mehr Ausstellungsraum. Das an- 
grenzende Verweserhaus schien hierfür geeignet zu 
sein, wurde jedoch in den vergangenen Jahren 
mehrheitlich von einem Verwaltungsbau in ein Un- 
terrichtsgebäude der Liechtensteinischen Musik- 
schule umfunktioniert. Aber auch die Liechtensteini- 
sche Musikschule hatte mit ständiger Raumknapp- 
heit zu kämpfen und rief wiederholt nach einem 
eigenen Musikschulgebäude. Ausschlaggebend für 
den Neubeginn einer Gesamtplanung des Regie- 
rungsviertels war schliesslich im Jahr 1985 die Er- 
höhung der Anzahl der Landtagsabgeordneten von 
15 auf 25 Mitglieder. Der Landtagssaal des Regie- 
Bauten der Verwaltung
        

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