ursprüngliches Wohnhaus zu einem Zoll- und Gast- 
stättengebäude, anschliessend zu einem Gebäude 
der Verwaltung und in den Jahren 1968 bis 1970 
zum Stammhaus des Liechtensteinischen Landes- 
museums umgebaut. Das südlich an das Landes- 
museum angebaute Verweserhaus ist rund hundert 
Jahre jünger, war ein Wohn- und Verwaltungsge- 
bäude und beherbergte in den 1990er Jahren unter 
anderem auch Unterrichtsräume der Liechtensteini- 
schen Musikschule. 
Durch die geänderte Verfassung war es notwendig 
geworden, für die fünfzehn Mitglieder des Stände- 
rats, die nun den Landtag bildeten, einen eigenen 
Tagungsort zu schaffen. Nachdem in den Jahren 
1862 bis 1867 die Sitzungen des Landtags vorüber- 
gehend in dem Gasthaus Kirchthaler, dem heutigen 
Abb. 1: Amtsquartier und Schloss in Vaduz, unbekannter Maler. 
1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Quelle: 125 Jahre Landtag. 
Hrsg. Landtag des Fürstentums Liechtenstein. Vaduz, 1987 
  
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«Vaduzerhof», in Vaduz stattgefunden hatten, kam 
es in den Jahren 1866 bis 1867 zum Bau eines eige- 
nen «Ständehauses» mit Landgerichtskanzleien, 
Landrichterwohnung und Gefängnislokal. Das Ge- 
bäude wurde nach Plänen des damaligen Landes- 
technikers Peter Rheinberger auf einem von Fürst 
Johann Il. von Liechtenstein zur Verfügung gestell- 
ten Bauplatz errichtet und lag bis zu der im Jahr 1970 
erfolgten Sprengung des Gebäudes auf der Nord- 
seite des Landesmuseums. Welche Bedeutung das 
Ständehaus für das Land hatte, lässt sich nicht zu- 
letzt auch daraus erkennen, dass das gesamte Lan- 
deskoordinatensystem der Vermessung auf der Ein- 
gangsstufe des Gebäudes seinen Ursprung hatte. 
Wenige Jahre nach dem Bau des Ständehauses kam 
es im südlichen Bereich des heutigen Regierungsvier- 
tels zu baulichen Veränderungen. Vaduz war auf 
dem Weg, eine eigenständige Pfarrei zu werden und 
erhielt deshalb im Jahr 1872 eine neue Pfarrkirche. 
Sie war um ein Vielfaches grösser als ihr Vorgänger- 
bau, die daneben gestandene St. Florin-Kapelle, die 
zwei Jahre nach dem Neubau der Pfarrkirche abge- 
rissen wurde. Heute markiert die nach den Aus- 
führungsplänen des Dombaumeisters zu St. Stephan 
in Wien, Friedrich Freiherr von Schmidt, errichtete 
Pfarrkirche — heute Kathedrale — in imposanter Weise 
das südliche Ende des derzeitigen Regierungsviertels. 
Fürst Johann Il. der Gute, vermittelte nicht nur bei 
den mit der Hofkaplanei geführten Verhandlungen 
zum Kauf des Baugrundstücks, sondern er stiftete 
der Gemeinde Vaduz auch einen namhaften Geldbe- 
trag zum Bau der neuen Pfarrkirche. Grundlage für 
den Ausführungsplan Schmidts war der schon Ende 
1867 beziehungsweise Anfang 1868 durch Landes- 
Die bauliche Entwicklung des Regierungsviertels 
 
        

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