Kanonikus Anton Frommelt würdigte den Kirchen- 
neubau mit den Worten: «Die Pfarrkirche von Vaduz 
ist eine der beachtenswertesten Kunstbauten der 
weiteren Umgebung. Ihr Bauherr ist der hochher- 
zige, kunstverständige Mazen First Johann Il., der 
Gute; ihr Schöpfer ist der Meister der Wiener Neu- 
gotik, Friedrich von Schmidt, beide Bürgschaft genug 
für gediegene, ernste Kunst. Die wirkliche Schönheit 
der Kirche von Vaduz liegt weniger im Einzelwerk als 
vielmehr in der baulichen Gesamtgestaltung, in stilis- 
tischer Klarheit und Reinheit. Musste das vornehme 
Bauwerk besonders früher etwas eigenartig auffallen 
im einfachen Dorf, fast wie ein Stadtkind auf dem 
Land, ist es grundsätzlich doch schlicht und ohne 
falsche Geziertheit. Das ganze Bauwerk mit seinen 
steinrauhen Aussenseiten liegt ruhig in der Land- 
schaft. Die Bauglieder sind ebenmässig nach innen 
und aussen verteilt, wodurch das Innere zur unbe- 
schwerten, leicht strebenden Freiheit des Raumes, 
das Aussere zur malerischen Bildhaftigkeit auswach- 
sen. Der Turm ist als beherrschende Senkrechte in die 
Baumasse eingebaut und als Fassade mit Haupt- und 
Nebeneingängen kunstvoll ausgestaltet. Diesem 
äusseren Hauptteil gibt der Baumeister denn auch 
einen ausgedehnteren Schmuck mit Steinmetzkunst, 
Fialen und Wasserspeiern. Die räumliche Aufteilung 
der Kirche bildet eine stimmungsvolle Dreiheit: der 
Eingang, mit besonderer Betonung angelegt, führt 
den Gläubigen aus dem grellen Licht des Alltags 
durch geheimnisvolles Halbdunkel an den geheilig- 
ten Ort, ihm Ernst und Stille gebietend; das Lang- 
haus, mit den leicht aufwachsenden, hellen Marmor- 
säulen lässt die Teilung in Hauptschiff und Neben- 
schiffe kaum merkbar werden und wächst in seinem 
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gedämpften Licht zu einem einheitlichen, hoch über- 
wölbten, himmelverbindenden Betraum zusammen; 
das Chor mit grösster mystischer Stille zieht uns an 
das Geheimnis seines Altars, ohne merklich vom 
Langhaus getrennt zu sein, aber mit hoher Steige- 
rung der dortigen geheimnisvollen Stimmung. Be- 
wusst oder unbewusst wird der Mensch von diesem 
überirdischen Gehalt ergriffen und rein baumässig 
dem Ewigen náhergeführt.»*? Die Pfarrkirche St. Flo- 
rin wurde 1965 bis 1968 im Rahmen einer Renova- 
tion massvoll umgestaltet. In den neunziger Jahren 
des 20. Jahrhunderts erfolgte eine neuerliche Reno- 
vation. 
Pfarrkirche St. Maria 
Die Pfarrkirche Bendern war bereits anfangs des 19. 
Jahrhunderts in einem sehr schlechten Zustand. Erst 
nachdem sich Ruggell und Schellenberg abgekurt 
hatten und die Gemeinde das Kirchenpatronat erhal- 
ten hatte, konnte die Kirche 1874 saniert werden, 
was einem Neubau gleichkam. «Baumeister Josef 
Spalt von Ruggell legte von sich aus Pláne vor, aber 
er war bei kirchlich-historischen Bauten nicht be- 
wandert, so dass sie nicht die Zustimmung der Fach- 
leute erhielten; Spalt wurde dann mit der Durch- 
führung des Baues beauftragt. 
Landestechniker Hauptmann Rheinberger setzt sich 
energisch für eine baulich entsprechende Lósung ein, 
um «darauf hinzuwirken, dass der schónste Punkt 
Liechtensteins nicht durch einen unschónen Bau ver- 
unziert wird.» 
Die Pläne erstellt Architekt Seraphin Pümpel von 
Feldkirch, und der fürstliche Baumeister Ignaz von 
Banko begutachtet sie. Er ist mehr für die Erhaltung 
Bauten der Kirche 
  
 
        

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