meister von St. Stephan bestätigt. Die selbständigen 
Kirchenbauten, welche Schmidt seit 1860 in Wien 
errichtete, zeigen die Tendenz zur Vereinheitlichung 
des Innenraums; dies wirkt sich in einer Bevorzugung 
von Hallen- und Staffelformen aus, bei Basiliken in 
der Verwendung sehr hoch gezogener Stützen, wel- 
che einen hallenartigen Zusammenschluss des drei- 
schiffigen Laienraums gewährleisten. Damit steht er 
nicht mehr im Banne des klassischen Stilideals, wie 
etwa des Kölner Domes, sondern vor- und nachklas- 
sische Erscheinungen sind jetzt wichtiger, etwa die 
kölnische Spätromantik oder die Kenntnis der lom- 
bardischen Gotik, der eine starke Tendenz zur Raum- 
vereinheitlichung im Hallen- oder Staffelbau eigen 
ist. Auch die Neoromantik hat Friedrich von Schmidt 
wesentliches zu verdanken, der sich am Ende seines 
Lebens ihr zuwandte und bedauerte, nicht nochmals 
beginnen und sich in ihren Dienst stellen zu können. 
Er war der Ansicht, dass die Romantik in ihrer Fort- 
entwicklung durch eine Abschwenkung unterbro- 
chen worden war, bevor sie ihren Höhepunkt er- 
reicht hatte; vielleicht könne sie nunmehr noch zu 
einem solchen Hóhepunkt geführt werden.»* Fried- 
rich von Schmidt leitete von 1859 bis 1891 eine Ar- 
chitekturklasse an der Akademie für bildende Kunst 
in Wien. 
Friedrich von Schmidt hinterliess ein sehr grosses 
Werk, darunter 125 Kirchen.“ Schmidt war es durch 
seine umfangreiche Entwurfs- und Lehrtätigkeit in 
Wien nicht möglich, das Bauvorhaben der Pfarrkir- 
che Vaduz persönlich zu leiten, daher sandte er im 
Februar einen seiner Schüler, Architekt Ignaz Banko 
als Bau- und Projektleiter nach Vaduz. Banko war 
nach damaligem Verständnis insbesondere mit der 
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Detailplanung betraut. Ignaz Banko wurde am 17. 
Januar 1844 in Wien geboren; 1860 war er als «Ar- 
chitekt in Innsbruck» an der Akademie der bildenden 
Künste in der Klasse von Friedrich von Schmidt in- 
skribiert. Banko heiratete die Tochter des damaligen 
Landesverwesers Baron Hans von Hausen und er- 
warb 1881 die liechtensteinische Staatsbürgerschaft. 
1880 kaufte er die Ruine Schalun und den umlie- 
genden Wald oberhalb von Vaduz. In Vaduz baute er 
auch die Villa Schlegel an der Landstrasse sowie das 
fürstliche Absteigequartier an der Bergstrasse in 
Vaduz. 
Abb. 23: Architekt Ignaz Banko. Quelle: 100 Jahre Pfarrkirche 
Vaduz. Kulturreferat der Gemeinde Vaduz. Vaduz, 1973 
  
Kirchenbau in Liechtenstein im 19./20. Jahrhundert 
 
        

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