Abb. 1: Die Friedenskapelle in Malbun kurz vor der Fertigstel- 
lung. Quelle: Amt für Briefmarkengestaltung 
bis 1949 die Theresienkirche, in Nendeln erfolgte in 
der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Neubau 
der Kapelle, in der gleichen Zeitphase wurde in 
Vaduz im Ebenholz ein Kirchlein gebaut. In Malbun 
entstand um 1950 die Friedenskapelle. Die Kirchen- 
bauten nach 1940 stellen ein eigenes Kapitel in der 
Baugeschichte dar und sind einer gesonderten Un- 
tersuchung würdig, weshalb sie in diesem Zusam- 
menhang nicht behandelt werden. 
Gründe für die Neubauten 
Ein wesentlicher Grund für die rege Kirchenbautätig- 
keit in unserem Land während des 19. Jahrhunderts 
lag darin, dass ein beträchtlicher Teil der Pfarrkirchen 
baufällig und/oder zu klein waren. Die Situation in 
den betreffenden Gemeinden sei im Folgenden in 
chronologischer Abfolge dargestellt. 
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Es ist nicht bekannt, wann die alte, 1842 abgerissene 
Pfarrkirche von Mauren errichtet wurde. Sie soll im 
gotischen Stil errichtet worden sein, das Kirchenge- 
bäude wurde mehrfach umgebaut. Der letzte we- 
sentliche Umbau dürfte um 1500 erfolgt sein. 1795 
beschrieb der damalige Pfarrer Lutz in einem Brief 
den Zustand der Pfarrkirche wie folgt: «Jeder, der in 
das Innere dieser Kirche tritt, wird unwillkürlich zu 
der Vorstellung hingerissen: Die Türken haben darin 
gehaust und die Kirche ausgeplündert. Die Decke ist 
zum Teil herabgefallen, auf den Altären sind Sparren 
angebracht, um den Einsturz zu verhindern, die Al- 
täre selbst in einem nicht minder kläglichen Zustand 
und ihnen ganz angemessen die Paramente. Öfters 
schon geschah es, dass während dem Gottesdienste 
entweder die Decke oder ein Kirchenstuhl krachte, 
und dass sohin der Priester vom Altar in die Sakristei 
und das Volk zu den Thüren hinauslief. Die natür- 
liche Folge davon ist, wenn alles mit heiler Haut 
durchkam, Gelächter und Witzeleien, die denn gros- 
sen Theils zu der Folgerung gedient hat, man brau- 
che gar keine Kirche.»' 
Abb. 2: Innenansicht der St. Josefs-Kirche im Ebenholz in 
Vaduz. Quelle: Amt für Briefmarkengestaltung 
  
Kirchenbau in Liechtenstein im 19./20. Jahrhundert 
 
        

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