Abb. 30: Schloss Eisgrub /Ledinice in Südmähren (Tchechien). 
(Publikation Privatbesitz). 
winnung eines Dynastiedenkmals vor dem Hinter- 
grund eines im Adel generell wachsenden his- 
torischen Bewusstseins als neu entdeckter gesell- 
schaftlich-repräsentativer Kraftquelle, es ging dabei 
noch nicht um eine denkmalpflegerische Aktion. Die 
Feste Liechtenstein wurde erst unter seinem Enkel 
Fürst Johann Il. und auf Betreiben von Graf Hans 
von Wilczek 1884 bis 1903 kurz vor dem Wieder- 
aufbau von Schloss Vaduz (1904-1914) «neuroma- 
nisiert». Bei ihrer Restaurierung war der Vaduzer 
Egon Rheinberger (1870-1936) massgeblich beteiligt 
und schuf, wie kürzlich durch eine neu aufgefunde- 
ne Zeichnung? bewiesen werden konnte, den impo- 
santen Westturm, übrigens fast zeitgleich mit der 
Restauration der ebenfalls in Niederösterreich gele- 
genen Wilczek'schen Burg Kreuzenstein (1874- 
1912), bei der ebenfalls Egon Rheinberger beteiligt 
war und sich inspirieren liess für die von 1905 bis 
1910 durchgeführte romantisierende Wiederherstel- 
lung seiner eigenen Burg Gutenberg in Balzers.” 
Abb. 31: Hüttenstein, Aquarell 1845 von Heinrich Adam (Publi- 
kation Privatbesitz). 
Wáhrend das Balzner Residenzprojekt für Fürst 
Johann Il. von Liechtenstein im Werk von August 
Essenwein als typisch angesehen werden kann, tanzt 
es mit seinem Rundbogenstil hingegen aus der Reihe 
der anderen fürstlich-liechtensteinischen Historis- 
musbauten der Jahrhundertmitte, die alle der Neu- 
gotik verpflichtet sind: So das 1858 von den fürst- 
lichen Hausarchitekten Georg Wingelmüller (1810- 
1848) und nach dessen Tod Johann Heidrich für 
Fürst Alois Il. als Sommersitz vollendete neue Schloss 
Eisgrub/Lednice in Mähren, der Ort, an dem der 
junge Fürst Johann aufwuchs, aber auch die in Zu- 
sammenhang mit Wessiken und Schmidt bereits er- 
wähnte Burg Fischhorn im Salzburgischen, die Jo- 
hann Il. als junger Regent für seine Schwester ab 
1863 ausbauen liess. 
Essenwein machte es, von aussen herkommend, an- 
ders. Nicht nur im Stilistischen hielt er sich nicht an 
nahe liegende Vorbilder, auch was die Bauaufgabe 
betraf ging er eigene Wege. Die Bauaufgabe, die 
Achtung: Nicht gebaut! Utopien um Schloss Vaduz im 19. Jahrhundert 
  
  
  
  
 
        

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