Abb. 28: Ruine Liechtenstein (Feste Liechtenstein) bei Mödling 
in romantischem Landschaftsgarten 1821. Bezeichnet als «altes 
Ritterschloss» (2) vis-à vis vom klassizistischen Neuschloss (1) 
(Smlg. Schloss Vaduz; Fürstliche Smlg. Wien) 
sein einer Längsachse als Rückgrat der Raumdisposi- 
tion. Sie war durch den klassizistischen Altbau vor- 
gegeben. 
Auch in anderen frühen Entwürfen des Architekten 
tauchen Elemente auf, die er in der Liechtensteiner 
Abb. 29: Burg Gutenberg in einer Rekonstruktionszeichnung 
von Egon Rheinberger um 1904, Aquarell (Privatbesitz). 
  
  
Residenz wieder aufgreift. So tauchen im Entwurf 
von 1853 zu einem Schauspielhaus in der For- 
mensprache der palladianischen Hochrenaissance 
zehn Jahre zuvor schon die runden zwei- und drei- 
teiligen Fenster auf. Bei dem Jagdschlösschen wird 
wie in Balzers ein kompakter Baukörper von einem 
Turm in die Asymmetrie gebracht. Die Stilkombinati- 
on besteht hier aus Renaissance und Gotik. Inner- 
halb des Oeuvres von August Essenwein sind fast 
alle historischen Spielarten der Stile aus Romanik, 
Gotik und Renaissance vorhanden. Seine Vorliebe 
gilt aber eindeutig rundbogigen Formen. 
Adelige Burgenrenaissance 
Eine nicht zu übersehende Ruinenbegeisterung, eine 
erstaunliche Burgenrenaissance und ein wahres 
Schlossbaufieber herrschten in Europa seit dem aus- 
klingenden 18. Jahrhundert.” Der europäische Adel 
stand untereinander und zum aufstrebenden Bürger- 
tum in stimulierender Konkurrenz um Bedeutung 
und Anzahl von wiederherzustellenden Burgen. 
Dazu gehórte auch der Besitz einer Stammburg? als 
geschichtstiefe Verwurzelung der eigenen dynasti- 
schen oder persönlichen Identität, spriessend auf 
dem Boden einer oftmals wirklich vorhandenen, aber 
teilweise auch rekonstruierten geschichtlichen Konti- 
nuität.” Das Liechtensteiner Fürstenhaus machte da 
ebenfalls keine Ausnahme. Im Jahr 1808 kaufte Fürst 
Johann I. vom Fürsten Stanislaus Poniatowski die 
Ruine Liechtenstein über der Brühl bei Mödling in 
Niederösterreich als Stammsitz für sein Haus zurück, 
liess einen romantischen Landschaftsgarten anlegen 
und beliess sie zuerst in einem durch minimale Ein- 
griffe gesicherten Zustand.” Es ging um die Rückge- 
Monarchisches Bauen
        

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