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von Schmidt in Wien recht gewagtes Unternehmen! 
Im Unterschied zu den asymmetrisch gestalteten, ro- 
manisch-kompakten Baukörpern des Balzner Resi- 
denzprojekts ist das Wiener Schlösschen noch konse- 
  
  
  
quent axialsymmetrisch. Und doch gibt es viele Ge- 
  
  
  
  
meinsamkeiten, die der ureigenen Handschrift des 
  
Architekten entspringen: in beiden Fällen mischt Es- 
senwein einen mittelalterlichen Stil, in Balzers die Ro- 
manik, in Wien die Gotik, mit der italienischen Re- 
naissance, die der grosse Basler Kunsthistoriker Jakob 
Burckhardt soeben einer breiteren europäischen Öf- 
fentlichkeit wortgewaltig und überzeugend als gros- 
se kulturelle Neuentdeckung vorgestellt hatte.?* Hier 
wie dort hebt ein Sockel die beiden Hauptgeschosse 
weit über die ins Projekt einbezogene Landschaft. In 
beiden Entwürfen zeichnet sich jeweils rechts hinter 
dem Gebàáude ein Hügel ab, beim Balzner Projekt ist 
er eben von der Ruine Gutenberg bekrónt und weist 
darauf hin, dass sich Essenwein mit der Topografie 
vor Ort vertraut gemacht hat und in Balzers gewesen 
ist, was durch die genaue Detailkenntnis des Altbe- 
stands («altes und neues Mauerwerk») auf den 
  
Grundrissplánen erhártet wird. Im inneren Kern und 
in einzelnen Partien ist auch die Residenz symme- 
  
trisch angelegt, der Grundriss verrát das Vorhanden- 
Abb. 25: Fürstliche Residenz in Balzers, August Essenwein 
1862, Grundriss Obergeschoss mit altem und neuem Mauer- 
werk (Smlg. Schloss Vaduz) 
  
Abb. 26: Fürstliche Residenz in Balzers, August Essenwein 
1862, Westansicht, Detail (Smlg. Schloss Vaduz) 
Abb. 27: August von Essenwein, August von Essenwein, 
  
Jagdschlósschen 1852 (Publikation Privatbesitz) 
Achtung: Nicht gebaut! Utopien um Schloss Vaduz im 19. Jahrhundert 
 
        

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