Abb. 17. Fürstliche Residenz in Balzers, August Essenwein 
1862, Schnitt (vgl. Abb. 7) im Nürnberger Bestand (Germani- 
sches Nationalmuseum Nürnberg) 
Planverfasser, etwa Ignaz Banko, der kurze Zeit dar- 
auf (ab 1869) die Bauleitung der von Schmidt ent- 
worfenen Vaduzer Pfarrkirche innehatte? 
Der Hinweis auf Wien ist begründet, sind die Pläne 
doch in einem Massstab 1:144 in Wiener Klafter er- 
stellt. Doch keine der Zuschreibungen konnte Wil- 
helm belegen, und eine erneute stilistische und for- 
male Kontrolle vorhandener Pläne beider in die Dis- 
kussion gebrachter Architekten liess eines zur 
Sicherheit werden: Für den Balzner Plansatz kommen 
weder Wessiken noch Banko in Frage. Abgesehen 
von der künstlerisch hochrangigen Qualität ist der 
Vaduzer Plansatz auch aus stilistischen Gründen 
nicht mit den eher dem Durchschnitt verpflichteten 
neugotischen Arbeiten der Schmidt-Schüler in Ver- 
bindung zu bringen. 
August von Essenwein ! 
Kommissar Zufall half. Im Germanischen National- 
museum in Nürnberg wurde ich fündig. Dort befin- 
det sich eine Fotodokumentation von nicht lokali- 
182 
sierten Plänen, die mit den Vaduzer Planoriginalen 
übereinstimmen, allerdings nicht vollständig ist 
(siehe Kasten). Übertitelt sind die Nürnberger Pläne 
nichts sagend mit «Entwurf für ein Wohnhaus»." 
Wusste man in Vaduz seit Wilhelm immerhin, wo 
(Balzers), wann (1862) und für wen (Fürst Johann lI. 
von Liechtenstein) das Gebáude geplant war, so war 
von all dem in Nürnberg nichts bekannt. Aber dort 
war anderseits klar, von wem diese Pláne stammten: 
August Essenwein (1831-1892) aus Nürnberg. Nun 
war das Puzzle beieinander! 
August Essenwein war kein Unbekannter. Er hat sich 
im 19. Jahrhundert als Burgenforscher, Architektur- 
Abb. 18. August von Essenwein mit 37 Jahren. Portrát um 1868 
(Germanisches Nationalmuseum Nürnberg) 
  
Monarchisches Bauen 
 
        

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